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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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der Schulen Ramsberg und Turbenthal fiel eine Lehrstelle weg; dagegen wurden in Horgen -Dorf "und in Bachenbülach neue Lehrstellen errichtet. Staatsbeiträge für Schulhausbauten erhielten:Riesbach (Schulkr. Neumünster) 4850 Fr.; Tagelschwangen (Lindau ) 1150 Fr.; Weilhof(Russikon ) 1400 Fr.; Z ell 1100 Fr.; B ertschikon (Gundetsweil) 2000 Fr.; Rü mlang 1000 Fr.;Neerach (Steinmaur) 1320 Fr.; Sünikon (Steinmaur ) 1320 Fr.; Niederglatt-Nö schikon(Niederhasle) 1300Fr.; Stadel 1400 Fr. — Als eine neue Erscheinung, die zwar eigentlich nichtAufgabe der Schule ist, aber durch dieselbe auf eine wohlthätige Weise gefördert werden kann, ge-hören die Schulsparkassen, besonders in Verbindung mit dem Bestreben gemeinnützigerVereine, welche für die Abschaffung des Bettels wirken. — Die Musterschulen finden beivielen Lehrern keinen rechten Anklang; dagegen haben trotz der Noth der Zeit die weiblichen Arbeits-schulen an Zahl beträchtlich zugenommen und es finden sich nun solche fast in allen Gemeindender Bezirke Zürich, Meilen, Horgen und Pfäffikon , ferner im Bezirk Affoltern 10, Hinweil 5,Winterthur 11, Andelfingen 9, Bülach 12, Regensberg (?) — An manchen Orten wird der Untcr-rerricht uncntgeldlich ertheilt, und überdieß an einigen auch der Arbeitsstoff aus freiwilligen Bei-trägen angeschafft. Bereits sind hier und da in ältern Knabenklaffen Turnübungen eingeführtworden und Wädensweil hat sich ein Kadettenkorps gebildet, das schon 40 Schüler zählt, die voneiner Gesellschaft jüngerer Offiziere unterrichtet und geübt werden. Rühmlicher Erwähnung verdientauch der sogenannte „Pestalozzi-Hülfsverein" in Wädensweil, der fremde arme Kinder kleidet, umihnen im Winter den Besuch der Schule möglich zu machen.

1855/56.

Fortwährend lauten die Berichte über die Leistungen der Elementarschule am erfreulichsten,weniger ist dieses mit denjenigen der Realstufe der Fall, und fast allgemein sind die Klagen überdie Repetirschule. Die Musterschulen werden von den meisten Lehrern, die zu deren Besuch ver-pflichtet sind, als eine Strafe betrachtet und nur mit Widerwillen besucht. — Die weiblichen Ar-beitsschulen mehren sich fortwährend, und die Singschulen erfreuen sich in den meisten Gemeindendes besten Gedeihens.

1856/57.

Ueber alle Abtheilungen der untern Volksschulen konnte auch in diesem Schuljahre das gleicheUrtheil abgegeben werden. Als erfreulicher Beweis des Interesses vieler Schulgenossenschaften andem Gedeihen der Volksschule dürfen außer der Herstellung zweckmäßiger und schöner Schullokaleund Lehrerwohnungen die bedeutenden Opfer für Gründung und Erhaltung von Arbeitsschulen,für Erhöhung der Lehrerbesoldungen und die Aeufnung der Schulfonds dienen.

1857/58.

Der Gang der Volksschule wurde in diesem Jahre hie und da durch grasfirende Kinderkrank-heiten (Masern, Mumps, Gnppe, Scharlach und Friesel) gestört, und zwar so sehr, daß an einigenOrten die Einstellung derselben auf Wochen nöthig wurde. — Wegen Uebertretung der Verord-nung über die Beschäftigung der Kinder in Fabriken mußte an mehreren Orten von den Behördeneingeschritten werden, namentlich wurden zur Zeit des Wassermangels die Repetirschüler vielfach zurNachtarbeit verwendet. — Die Arbeitsschulen haben sich wiederum um einige vermehrt, so im Be-zirk Hinweil um 1, Winterthur um 2, Regensberg um 1. — Kadettenkorps in der Volksschule