638
19. Sept. brannte ein den Gebr. Gimpert, Mechanikern, in Küsnacht gehörender, nicht assekurirterSchuppen ab. — 1854, Januar. Bei starkem Nebel wurde das Marktschiff von Küsnacht von einemDampfschiff überfahren, doch konnte zum Glück die Mannschaft und der größere Theil der Waarengerettet werden. — 17. April setzte der sei. verstorbene Hr. Kaspar Fenner, Baumeister, vonKüsnacht, seßhaft gewesen im Riesbach, durch testamentliche Verordnung die Waisenanstalt Küs-nacht zur Universalerbin ein. — 7. auf den 8. September Nachts brannten in Küsnacht zwei Häuser und eine Scheune ab. — 22. November fand die Enthüllung des dem Dr. LudwigSnell im Garten des Hrn. vr. Brunner in Küsnacht errichteten Denkmals statt, wobei Hr. altLandammann Sidler als Redner auftrat. Das von Hrn. Suter, Marmorist, im Seefeld verfertigteMonument besteht aus einem 6—7' hohen schwarzen Marmorblock, in welchem eine Tafel vonweißem Marmor eingelassen ist, mit der einfachen Inschrift: Zur Erinnerung an Ludwig Snell am 22. November 1854. Den Fels krönt eine prächtig gearbeitete Urne mit umschlungenem Trauer-tuch , ebenfalls aus weißem Marmor. — Die Gemeinde baut eine steinerne Brücke über denRiesbach mit einem Kostenaufwand von 4000 Fr. und eine kleinere auf der Straße von Wangen über die Tobelmühle nach Zürich . — 1856 läßt die Gemeinde bedeutende Veränderungen an derKirche, besonders am Kirchthurme ausführen. — Der am 22. November sel. verstorbene Hr. MarxWolsensberger von Laupen, Gemeinde Wald, gewes. Reallehrer in Küsnacht , hat durch Legat dievon ihm trefflich besorgte Realschule daselbst und diejenige seines Heimatsortes Laupen jede mit1000 Fr. bedacht, wovon die Zinsen alljährlich für Schüler, die sich durch Fleiß, Geschicklichkeitund vornehmlich durch sittsames Betragen auszeichnen, zu gleichen Theilen in die nächste solideErsparnißkasse gelegt werden sollen und daselbst 10 Jahre lang unaufkündbar zu verbleiben haben.Außerdem hat derselbe noch 2 jüngere Leute, die sich bisher bei ihrer wissenschaftlichen Ausbildungdurch Fleiß auszeichneten, mit Legaten bedacht. — 1857. In Küsnacht wurde für die wegen Brand-stiftung vom Schwurgerichte im Jahr 1856 unschuldig verurtheilten Eheleute Sidler von Ottenbach 91 Fr. zusammengelegt. — 1858, 3. Juni Abends brannte in Küsnacht eine Scheune ab. —1859, Dezember steuerte die Gemeinde an den resormirten Kirchenbau in Luzern 200 Fr. — 1859und 1860 hatte die Gemeinde Küsnacht durch Steuern folgende Rechnungsausfälle zu decken: Jn'sArmengut 8372 Fr., im Kirchengut 1553 Fr., im Gemeindegut 18775 Fr., im Schulgut 5159 Fr.,zusammen 33859 Fr. — 1859. Aus einer im Seminargebäude zu Küsnacht (dem ehemaligenAmthause) gefundenen, in Stein gehauenen Inschrift geht hervor, daß der Platz, auf dem dasHaus steht, im Jahr 1358 von Hugo Graf von Werdenberg , Großmeister des Johanniten-Ordens,angekauft worden war und zu den vielen Besitzungen gehörte, welche der genannte Orden an beidenUfern des Sees hatte. — 1860, 30. März brannte in Heßlibach, Gemeinde Küsnacht , eine Scheunemit Anbau ab. — Die Handwerksschule in Küsnacht verdankt Herrn Oberst Fierz ein Ge-schenk von 200 Fr. zum Andenken an seine verstorbene Gattin. — Das am 7. und 8. Okt.in Küsnacht gefeierte landwirthschaftliche Fest war sehr zahlreich besucht und die Anordnungen so-wohl als der Reichthum der Ausstellung befriedigte allgemein. — November. Eine Theater-Auf-führung der Mittwoch-Gesellschaft in Küsnacht ertrug 192 Fr., die für einen gemeinnützigen Zweckverwendet werden sollen. — Dezember. Die Sekundarschulpflege Küsnacht hat die Besoldung desSekundarschullehrers auf 1800 Fr. nebst Wohnung und Garten festgesetzt.