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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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schule Stäfa gegründet, in der Meinung, daß, nachdem das Kapital 10 Jahre lang zinstragendgemacht und Zins und Zinscszinse zu Kapital geschlagen, der jährliche Zins zu Stipendien vor-zugsweise für arme, fähige und tüchtige Freischüler der Sekundärschule verwendet werden soll, welchebehufs weiterer Fortbildung, sei es auf höhcrn Lehranstalten, landwirtschaftlichen Schulen oderkaufmännischen Komptoirs einer Nachhülfe bedürfen. — Am 28. November versank bei Stäfa imSturm ein mit Schieferkohlen bcladenes Schiff. Die Mannschaft konnte sich retten. — 1859, Febr.Die Gemeinde Stäfa erhält auf 4 Jahre die Bewilligung monatlich einen Viehmarkt zu halten.

— An die Kosten des Baues der Kommunikakionsstraße vom Dorf über Mies und Riedt bis indie Binz -Büchlcrstraße erhält die Gemeinde einen Staatsbeitrag. — Am 25. September branntezu Stäfa am Kirchweihtag eine gefüllte Scheune ab; man vermuthet durch Brandstiftung. —Am 17. November führten die Kadcttenkorps von Uster, Wald, Meilen, Männedors und Stäfa einkleines wohlgelungenes Manöver aus. — 1860, Januar. Das Waisenhaus und die Hausarmenvon Stäfa erhielten von dem sel. Hrn. Lieut. Kunz-Hauser ein Legat von 2300 Fr. — Gegen eineKoalition der Milchverkäufer sah sich das Statthalteramt veranlaßt, einzuschreiten. — Februar.Im Burgtobcl bei Stäfa wurden einige römische Silbermünzen von »Ooräianus Imperator'' ge-funden und der antiquarischen Gesellschaft in Zürich geschenkt. Man vermuthet, daß dort einrömisches Kastell gestanden habe und daß Stäfa einst eine römische Station gewesen sei. — InOetikon (Kirchbühl Stäfa) wurde ein Lesezimmer eingerichtet, in welchem die besten Zeitungen desIn- und Auslandes aufgelegt werden. — Oktober. Die Gemeinde Stäfa erhält ein Telegraphen-Büreau.

Stallikon .

(In Urkunden vom Jahr 1173 Stallinchovin, 1179 Stalltnkon und Stallinchon. Der Name Stallinghoven ist ausSiadhilinghofen zusammengezogen und bedeutet bei den Höfen des Stalltng oder Stadhiling.)

Bezirk Affoltern. Kirchgemeinde im >. Militärbezirk. 24. Notariatskreis Birmenstorf u. s. f. <in Zürich ). Bestehtaus den beiden politischen Gemeinden Stallikon und Wettsweil (s. d. A). Die politische Gemeinde Stallikon besteht aus denCivilgemeinden Stalltkon. Sellenbüren, Gamlikon, Medikon mit Baldern, Buchenegg-Tägerst. Die Schulgemeinde Stallikon umfaßt die Ortsnamen Stallikon, Baldern, Gamlikon, Medikon und Schlehenthal; zur Civilgemeinde Stallikon gehörenStallikon und Schlehenthal.

1852, Juli brannten Nachts bei der Baldern zwei Jucharl Wald ab. — 18. September. InSellenbüren verursachten die außerordentlich heftigen Regengüsse über 10 Erdschlipfe und die Reppischschwoll so sehr an, daß sie ein 3»/z jähriges Kind mit sich fortriß, das dann in Birmensdorf ineinem Garten liegend gefunden wurde. — 1853, Mai. An die Schädigungen durch das Hoch-wasser erhielt Stallikon einen Staatsbeitrag von 165 Fr. — 1854. Die Gemeinde erhielt auf je100 Einwohner ir/z Malter Kernen a 30 Fr. per Malter aus den Staatsvorräthen. — An dieKosten der Straße von Birmensdorf nach Knonau erhielt Stallikon einen Staatsbeitrag von 1604 Fr.

— 1856, 4. Dezember brannte in Sellenbüren ein Haus ab. — 1859. Von der im November imKanton Zürich eingesammelten Liebessteuer zu Gunsten der durch Hochgewitter im Sommer Ge-schädigten erhielt Stallikon 150 Fr.

Stammheim.

(Im Volksdialekt „Stammen"; die Burg Stammhain wird schon 761 erwähnt; bezeichnet eine „Alte Ansiedelung imGegensatz zu einer spätern.")