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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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1851. Die schon im Jahr 1833 mit der Stadt Baden eingeleiteten Unterhandlungen betreffendLoskauf der dem dortigen Spital zustehenden Kollatur Steinmaur fanden endlich ihre Erledigung,indem erstere ein Loskaufskapital von -10315 Fr. a. W. zu bezahlen sich verpflichtete. — 1852,Mai. In Obersteinmaur sind aus dem Aargau eingeschleppt die Pocken ausgebrochen. Es wurdeAbsperrung und Impfung aller Personen von 12 bis 40 Jahren angeordnet. — 1856, November.Die politische Gemeinde Riedt erhält die Bewilligung zu einer Totalbereinigung ihres Grund-protokolls. — 1857. Die politische Gemeinde Steinmaur beschloß, das ihr zustehende Jnfanterie-Schützengut auf die drei Civilgemeinden Obersteinmaur, Niedersteinmaur und Sünikon zu vertheilen.

— 1860, 23. Mai. In Riedt, Gemeinde Steinmaur , brannten 2 von 5 Haushaltungen bewohnteHäuser ab, wobei sich die beiden in Uebung begriffenen Raketenbatterien von Zürich und Aargau durch ihre trefflich geleistete Hülfe auszeichneten.

Sternenberg .

Bezirk Pfäfflkon. Kirch- und politische Gemeinde. IV. Militärbezirk. 3. Notariatskreis Pfäfsikon. Die Gemeinde um-faßt die Ortsnamen: Steinsmoos, Tiefenmoos, Gerster, Tobel, Höchstock, Untcrhöchstock, Wolfenzetel, Speltrüti, Obergfell,Hintcrroßweid, HäuSli, Hinterberg, Bauegg, Espen, Schwendi . Letten, Wölfen, Zapfen. Gfell, GipSegg, Scheurli, Eberlis-wald. Besteht aus den Schulgemeinden: Sternenberg, Kohitobel, Kohlwies und Gfell. Die Schulgemeinde Sternen-berg begreift die Ortsnamen: Sternenberg , Steinshof; die Schulgemeinde Kohltobel loder Kollertvbel) umfaßt die Orts-namen: Kohitobel und außerdem die zu Bauma gehörenden Ortschaften Widenwald. Schürli, Stockwies, Vorder-und Hintersülch; die Schulgemeinde Kohlwies umfaßt außer Sternenberg folgende Ortschaften: Sieinenbach (linkes Bach,uferl, Bogenhaus, Sennenhaus, Wilbelmershaus, die zur Gemeinde Whla gehören; ferner Sieinenbach (rechtes User),Geeren, Wilden, Engelgarten und Hinterfurrenhaus zu Turbenthal gehörend; zur Schulgemeinde Gfell gehört Ober- undUntergfell, Roßweid und der zu Bauma gehörende Ort Heiletsegg.

1850. An den Schuldentilgungsfond der Gemeinde Sternenberg schenkte die Regierung 900 Fr.

— Oktober. Hr. Oberstlieut. Kunz von Uster , der wegen Gehülfenschaft bei Widersetzlichkeit gegenamtliche Gewalt und Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen vom Bezirksgericht Horgen zu 8 TageGefängniß und 200 Fr. Buße verurtheilt worden war, hatte an das Obergericht appellirt, welchesaber am 28. März das Urtheil bestätigte, worauf Hr. Kunz an den großen Rath eine Petitioneinreichte, über welche letzterer zur Tagesordnung schritt. Nach Erstehung der über ihn verhängtenStrafe schenkte Hr. Kunz der Gemeinde Sternenberg , deren Seelsorger im großen Rath ein Wortzu seinen Gunsten gesprochen hatte, die schöne Gabe von 1000 fl. für ihre Gemeindsbedürsnisse.

— Dezember. Die vor einigen Jahren von Lehrer Stutz in Sternenberg gegründete Jugenderspar-nißkaffe zeigt an Einlagen bereits 3000 Fr. — Die Gemeinde Sternenberg hatte in den Jahren1836 bis 1843 fünf neue Schulhäuser zu bauen, so daß die Gemeindesteuer auf 16 per Mille,die Staats- und Brandassekuranzsteuer auf 4 per Mille, also zusammen auf 2 Prozent anstiegen.Die Schuldenlast beträgt nun 125000 Fr. a. W. oder i/g des steuerbaren Vermögens der Gemeinde.Um nun diese Schuldenlast abzuwälzen, beschloß die Gemeinde in einer zahlreichen Versamm-lung am 29. September 1850 einstimmig, mit Aufbietung der letzten Kraft, durch eine auf zweiJahre (1851 und 1852) zu »ertheilende Steuer von 26 per Mille 1300 fl. an die Schuldentilgungzu erheben und für das Uebrige die Hülfe des Staates und die Wohlthätigkeit von Privaten inAnspruch zu nehmen. Die Regierung verhieß nun einen Beitrag von 2000 Fr., wovon 1000 Fr.zur Tilgung der auf den Schulgütern haftenden Schuld und 1000 Fr. in's Armengut fielen, und