671
ließ die Liquidation der Schuldenmasse unter ihrer Leitung vorgehen, theils aber auch sorgtesie dafür, daß unter ihrer Aufsicht die Anhäufung neuer Schulden unmöglich würde. Die Privat-wohlthätigkeit wurde dann durch ein gedrucktes Zirkular, 1851 vom 4. April, unterzeichnet Regie-rungspräsident I)r. Zehnder, Statthalter Gujer, Jsler in Wyla, Pfarrer Weber und Pfarrer Hirzeldringend um Liebesgaben zu diesem gemeinnützigen Werke angegangen. — März. Zum Psarrver-weser in Sternenberg wurde Hr. Pfarrer Weber in Wollishofen ernannt. — Zur Unterstützung derim Jahr 1849 gestifteten Seidenweberschule wurden von der Regierung 1000 Fr. bewilligt. —Die Gemeinde bewerkstelligte die Anlage einer 1000' langen Straßenstrecke bei Gfell, wodurch einebisher sehr steile Strecke vermieden wird. — 1852, April gaben sämmtliche Mitglieder des Ge-meindraths Sternenberg dem Bezirksrath ihre Entlassung ein, weil sie mit der Art nicht einver-standen seien, wie der Regierungsrath die Gemeindsverwaltung überwachen wolle. — 1853, Mai.An den im September 1852 erlittenen Wasserschaden erhielt die Gemeinde Sternenberg einenStaatsbeitrag von 135 Fr. — August erhielt die Gemeinde Sternenberg aus dem Legatdes sei. Hrn. Hürlimann-Landis in Richtersweil 2400 Fr. — 1854. Die Gemeinde erhält auf je100 Einwohner 1*/r Malter Kernen aus den Staatsvorräthen L 1^ Fr. per Malter und außer-dem für 500 Fr. Kernen als Unterstützung des Staats an seine Armenausgaben, sowie 400 Fr.an Geld als außerordentlicher Staatsbeitrag. — 1856. Noch konnte in diesem Jahre die staatlicheBevormundung der Gemeinde Sternenberg nicht aufgehoben werden. — Im Mai brachten heftigeRegengüsse in Sternenberg ein Haus zum Einsturz. — 1857. Von dem außerordentlichen Kreditfür Unterstützung der ärmsten Gemeinden des Kantons erhielt Sternenberg 2500 Fr. — März.Die Gemeinde Sternenberg hat von sich aus 1180 Fr. für eine neue Glocke zusammengebracht,und im September feierte sie am Kirchweihtag die Einweihung derselben. Ebenso schaffte die Ge-meinde zwei kleinere Feuerspritzen an, welche in den gebirgigen Ortschaften mit Leichtigkeit überallhin gebracht werden können. Ferner legte sie 4 neue Feuerweiher an und verbesserte 9 schon be-stehende ältere. An die Kosten des Ankaufs der Spritzen erhielt die Gemeinde einen Staatsbeitrag.— 30. Oktober brannte in der oberen Heurüti, Gemeinde Sternenberg , beim Obstdörren ein Hausab. — 1859, 16. Oktober konnte die Gemeinde der obrigkeitlichen Vormundschaft entlassen werden,indem das Gemeindegut, das im Jahr 1850 noch zirka 850 Fr. mehr Passiven als Aktiven ge-zeigt hatte, mit Ende 1858 ein liquides Vermögens von 47230 Fr. nachweisen konnte; sie bleibt abernoch unter staatlicher Aufsicht. — 1860, 16. Mai. Der im Jahr 1849 am 4. Mai gestiftete Hülfs-verein legte der Gemeinde seine erste Rechnung ab. Derselbe hatte bis dahin 20 Lehrlinge beitüchtigen Meistern untergebracht.
Thalweil.
(Eigentlich Tallweil, die Barg Tallewila und Tellewilare kommt urkundlich schon im Jahr 1179 vor, Tellenwilar1189, dann Telwile, Talwile 1336. Die alte Form ist Tallinwilare oder Tellinwilare, Weiler des Tallo oder Tello.)
Bezirk Horgen. Kirch-, politische, Civil- und SchulgemeinLe. II. Militärbezirk. 19. Notariatskreis Horgen unterer Theil(in Rüschlikon). Die Kirchgemeinde Thalweil besteht aus den 3 Civilgemeinden: Thalweil, Gattikon und Ludretikon; dieCivilgemeinde Thalweil theilt sich in die Oberwacht und Unterwacht; erstere umsaht die Ortsnamen: Blatten (zum Theil),Böni, Ebnat, Feld, Kühlenacker, Kuppel, Linz , Mettli, Oberdorf, Obstgarten, Sagi und Tagenstein; letztere umsaht:Blatten (zum Theil), Grübschi, Haarwinkel, Jsenbühl, Seehalden, Tischenloo und Unterdorf. Die Civilgemeinde Gattikon