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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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wagen beschäftigten Arbeitern. — Im Juli wurde im Wipkingerwalde von einem Eisenbahnarbeiter,-er Erdbeeren suchte, ein erdrosseltes neugebornes Kind aufgefunden. — 1855. Ein Ehepaar, dasdurch Tischklopfen verrückt geworden, mußte in's Irrenhaus gebracht werden. — 1856, Januar.In diesen Tagen wurde die Eisenbahnbrücke bei Wipkingen vollendet und das Aufrichtmahl vonden Arbeitern festlich begangen. — Am 2. Februar verunglückten drei Arbeiter beim Steinsprcngen.

— Am 28. Mai, Abends 4 Uhr, fuhr die erste Lokomotive durch den Wipkinger Tunnel; auchbestand die Gitterbrücke über die Limmat durch vier gleichzeitig darauf gestellte Lokomotive ihreProbe vollkommen. — 1859 erhielt daS Schulgut Wipkingen durch Hrn. Rülschi-Bleuler bei An-laß des Hinschiedes seines Vaters, welcher lange Jahre sich als treuer Verwalter des Schälguts um dieGemeinde verdient gemacht hatte, ein Geschenk von 500 Fr. — 1859. Das von der Gemeindebeschlossene neue Kirchengeläute wurde von Hrn. Glockengießer Keller in Unterstraß verfertigt undfiel zur allgemeinen Befriedigung aus. Es besteht aus 3 Glocken in 6l änr (Grundton, Terze,Quinte) und hat ein Gesammtgewicht von 25 Ztr. — 1860, 21. Februar, Nachts um 10 Uhr,brach in einem Nebengebäude der Meyer'schen Kattunfabrik in Wipkingen Feuer aus. — ImApril beschenkte Hr. Fabrikant Meyer von Albisrieden, wohnhaft in Wipkingen , das Armengut unddie Arbeitsschule in Wipkingen mit je 200 Fr. — Ebenso erhielt das Armengut von Hrn. Rütschi-Bleuler beim Hinschiede seiner Mutter ein Geschenk von 500 Fr.

WolliShofen.

(Urkundlich WoloShovin, WoloShoven im Jahr 1270, WoleShoven 1332. Soll bedeuten bei den Höfen der Wolus.)

Bezirk Zürich . Kirch-, politische, Civil- und Schulgemeinde. I. Militärbezirk. 20. Notariatskreis WolliShofen u. s. f.(in Zürich ). Die Gemeinde WolliShofen umfaßt die Ortsnamen: Atmend, am Bach, auf Egg, Engel, Erdbrunst, Gäßli,Haumesser, am Horn. im Kloster, bei der Kirche, auf und unter dem Muggenbühl, Ober-Leimbach, Oberasp, Oberdorf,Untcrdorf, Unterasp. auf dem Reih, tm Numpump, am See, im Schräpfer, Unteregg . — Zur politischen Gemeinde WolliS-hofen gehört auch die Ortschaft Oberleimbach, welche kirchlich mit Kilchberg verbunden ist und zur Schulgemeinde Leimbach gehört.

1850, Sonntags 7. Juli Nachmittags schlug der Blitz bei furchtbarem mit Hagel begleitetemGewitter bei WolliShofen in einer Scheune, welche bis auf den Grund abbrannte, wobei ein Rindden Tod fand. — Im September wurde bei WolliShofen von sogenannten Nachtbuben (Nacht-schwärmern) drei Männer ertapp!, die bei Mondschein in einem Kahne ein am jenseitigen Ufergestohlenes schweres Kalb über den See geführt hatten und dann dasselbe in einer Scheune schlachteten.

— 1851, Mai wählte die Kirchgemeinde WolliShofen Hrn. Schweizer, Pfarrer zu Krinau imToggenburg mit Einmuth zu ihrem Seelsorger. — 1852, Juli. Es ertranken zwei Männer beimBaden im See. — Im November legirte Hr. Baumeister H. Staub den Armen der Gemeinde1000 Fr. — 1853, Juli legirte der sel. verstorbene Hr. Schulpfleger Heinrich Wethli dem Schul-gute WolliShofen 500 Fr. — 1855. Auch dieses Jahr forderte der See bei WolliShofen seineOpfer. Es ertranken zwei Personen, fremde Geschirrhändler, beim Baden; eine dritte Person konntevon dem Schiffmann Himmler aus Zollikon gerettet werden. — 1856. Die Gemeinde erhielt vondem sel. verstorbenen Hrn. alt Gemeindrathspräsident Kaspar Huber ein Legat von 500 Fr. fürArmen- und Schulzwecke.

Wülfltngeu.

(Die Burg Wulvilinga kommt schon 897 vor; ein RodolfuS de Wulveliggen 1155; ein Chuono de Wulvelingen1063 >c. Der Name bedeutet Ort, wo die Nachkommen des Wulvilo wohnen.)