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Baukunst: Gotische Epoche.
Wohnungen und Magazine; im ersten Stocke lag der große Saal und eine zweite Kapelle.Später wurde zu Coucy ein andres Herrenhaus mit bequemeren Räumen erbaut. Meistläßt sich aus die Einrichtungen der alten Burgen zu Wohnzwecken nur aus den schrift-lichen Schilderungen schließen, denn es ist nur wenig erhalten geblieben. Die im 14. Jahr-hundert umgebauten Teile der Burg von Coucy bilden den Übergang zu den leichterbefestigten Schlössern. Das Schloß von Pierrefonds ist zugleich eine Festung und eineausgedehnte fürstliche Wohnung. Ein Borhof enthält die Wohnungen für das Gesinde,
die Ställe und die Speicher; derDonjon ist wieder zur Herren-wohnung eingerichtet und steht mitFlügeln, welche eine Anzahl vonSälen enthalten, unmittelbar inVerbindung. Der große Saal hatteeine Holzdecke, alle Treppen warenWendeltreppen. Ein ähnliches klei-neres Schloß ist das von Sully-sur-Loire, dessen Basse-Conr von Wasserund einer Mauer umgeben ist.
Das alte bischöfliche Palais,ineist an oder auf den Mauern derStadt gelegen, bewahrt im allge-meinen den feudalen Charakter undbesitzt den Donjon mit Kapelle undgroßem Saal. Das Adelspalaisin den Städten enthält als wesent-lichen Bestandteil stets den großenSaal, wie derselbe noch vom Palaiszu Poitiers erhalten und wieder imDonjon eingerichtet ist. Gegen dieMitte des 13. Jahrhunderts ver-langte man größere Fenster underrichtete deshalb besondere Saal-bauten. Der Synodalsaal im erz-bischöflichen Palais zu Sens wargewölbt und mit großen Fensternversehen, deren untere Flügel zumÖffnen eingerichtet waren. Ebensomachte sich im Treppenbau ein Fort-schritt bemerkbar, indem Treppen mitgeraden Läufen an die Stelle derWendeltreppen traten, wie dies imSchloß von Montargis und derChambre des Comptes an derSt. Chapelle zu Paris zu bemerkenVor dem großen Saale des Palais zu Paris befand sich ein Perron. Der Saalist unter Philipp dem Schönen von Enguerrand de Marigny erbaut und kann als dergrößte Frankreichs gelten; derselbe ist noch in einem Erdgeschoß erhalten, welches aufdrei Reihen von Pfeilern eingewölbt ist. Die Decke des oberen zweischiffigen Saalesbildete ein Holzgewölbe mit sichtbaren Bindern. Das Palais der Päpste in Avignon ,von Obren erbaut, ist befestigt; das ganze Erdgeschoß war gewölbt, von der innerenAusstattung ist nichts mehr erhalten. Die großen Säle, die seit Anfang des 14. Jahr-hunderts im Obergeschosse eingerichtet sind, stehen mit dem Hofe stets durch Freitreppenund große Perrons in Verbindung. Das Adelshotel der Städte fand erst in spät-gotischer Zeit seine charakteristische Ausprägung. Eins der ältesten gut erhaltenen Gebäude
tS6. Holzhaus zu Aniionay (14. Jahrh.).Nach Wollet le Duc.
ist.