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Baukunst: Gotische Epoche.
Käufer standen auf der Straße. Zu Dol in der Bretagne gibt es noch mehrere Häuser,deren Ladenöffnungen durch Granitsäulen gebildet werden, welche Holzbalken tragen. EinHaus in Reims , genannt „äs8 Nnsiaisns", aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, ist imersten Stock durch weite und hohe Fenster erleuchtet. Das Hauptgesims ruht unmittelbarüber dem Fenstersturz, und im Innern tragen Ablastebogen das Dach. Die Fenster sinddurch Steinkrenze geteilt. — In manchen Städten des Südens werden die Häuser ausZiegeln errichtet mit Zuhilfenahme des Steines für die Gliederungen. Einige dieser Häuser
bilden den Übergang von der bürgerlichen Wohnungzum Hotel. Ein Hans in Cordes hat zur Rechtenund Linken des Eingangs Läden. Dahinter liegt einHaupthof und ein Wirtschaftshof. Eine breite Wendel-treppe im Haupthof führte in den Saal des Erd-geschosses, und eine Passage bildete die Verbindungmit dem hintcnliegenden Garten.
Seit dem 12. Jahrhundert besaßen große Stadt-gemeinden eigne Gebäude für den städtischen Dienst,die gelegentlich, wie das Kapitol von Toulouse , einekleine Festung bildeten. In Saint-Antonin gibt esnoch ein Rathaus, in romanischer Stilisierung, miteinem Bergfried zur Seite, welches aus Stein errichtetund an der Fassade mit Schüsseln aus emaillierterFayence geschmückt ist. Die Halle im Erdgeschoß istin späterer Zeit eingebrochen, auch der obere Teildes Turmes ist modern. Der Beffroi, der Glocken-turm der Stadt, vereinigt sich in der Regel mit demHotel de Ville. In Amiens und Bethune sind nochsolche Türme erhalten; am letzteren folgt über demGlockengeschoß ein Gemach mit Zinnen, dann eineGalerie wieder mit Zinnen. Das mit Schiefer undBlei gedeckte Dach enthält ein Glockenspiel und eineobere Laterne für den Turmwächter. In Paris gabes vor der Mitte des 14. Jahrhunderts kein Stadt-haus, erst 1357 wurde ein Wohnhaus als solcheseingerichtet.
Am Banernhanse haben die Jahrhunderte diegeringsten Veränderungen hervorgerufen, deshalbfindet man hier noch die typische Bauweise derVolksstämme reiner bewahrt als irgendwo anders.Die ältesten Banernhäuser scheinen der Mitte unddem Osten Frankreichs anzugehören. Ein Hans ausdem Morvan, in Stein, bildet im Innern einengroßen Raum mit einem Kamin. In den Bauern-häusern des Nivcrnais und Hochbnrgnnds finden sichkaum Spuren von Kunstformen. Im Norden sinddiese Häuser meist in Fachwerk errichtet, dessen Fächerdurch Holzgeflecht mit Lehm geschlossen sind, während das Dach mit Stroh oder Schindelngedeckt ist. In der Auvergne und dem nördlichen Teile Aquitaniens erhalten sich nochlange die keltischen, zum Teil unterirdischen und kegelförmig bedeckten Häuser. In denOstprovinzen, in den Vogesen , tritt der alpine Typus in den Blockhäusern hervor. Inder Ebene von Toulouse sind die Häuser in Ziegeln und im römischen Charakter erbaut.An den Küsten des Mittelmeeres findet man Banernhäuser in Form eines Turmes miteiner hochgelegenen Eingangsthür, letztere vielleicht zum Schutze vor Seeräubern ein-gerichtet. Das Manoir ist das vornehmere Bauernhaus; dasselbe ist zwar befestigt, aberstets ohne den Donjon der feudalen Burg.
138 . Irr Keffror von Aethunr.Nach Viollet le Tue.
SkML