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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gotische Bnuwerke in Frankreich . 207

In den Städten machte sich bald die Errichtung von Krankenhäusern notwendig.Von dem Hotel Dien zu Tonnerre ist noch der große Saal und einige Nebenräume erhalten.Der Saal enthält 40 Zellen, welche mit Holzwänden abgeschlossen sind, daneben zweiKapellen. Über den Zellen lief eine Galerie. Die Decke des Saales bestand aus einemHolzgewölbe. In Beaune befindet sich noch ein schönes Krankenhaus aus dem 15. Jahr-hundert; dasselbe besteht aus drei um einen viereckigen Hof gelegenen Gebäudeteilen,welche größtenteils im Holzbau errichtet sind. Das Krankenhaus „clu lortotr", an derStraße von Laon nach La Fere gelegen, besteht wieder aus drei um einen viereckigenHof gelegenen Baukörpern und erinnert schon etwas an das moderne Pavillonsystem. —Als mittelalterliche Bauten für Verkehrszwecke sind noch die Brücken zu erwähnen, vondenen noch eine Anzahl aus dem 12. Jahrhundert stammender-erhalten sind; die schöne,teilweise erhaltene Brücke von St. Benezet in Avignon soll von einem Schäfer erbaut sein.Eine Brücke von Carcassonne mit Rundbogen und eine Brücke zu Bcziers sind noch erhalten.Die Brücke zu Montauban über den Tarn ist ganz in Ziegeln erbaut und zeigt eine horizon-tale Bahn, welche auf Spitzbogen ruht. Die Brücke war befestigt, wie alle vorher genannten.

Igg u. 140. Alte französische Naiirrnhäiiser.

Bauernhaus des Morvan. Bauernhaus Hochburgunds (zwischen Tijon u. Saint-Seine).

England besitzt, wie alle nordenropäischen Länder, seine eignen gotischen Anfänge,obwohl dieselben nicht ohne den Einfluß der französischen Gotik zur Entwickelung kommen,-^un hat sich zwar der französische Einfluß ziemlich früh und später wiederholt in ver-schiedenen Anstößen geltend gemacht, namentlich, und mit entschiedenem Erfolge, in den^Uglischen Provinzen Frankreichs, in der Normandie , Manie und Anjon. Indes hat sichw England selbst die eigenartige Richtung des normannisch-sächsischen Stammes erhaltenund hat der englischen Gotik ein nationales Gepräge verliehen, welches sich sowohl aufinstruktivem wie dekorativem Gebiete bemerkbar macht. Die englische Gotik drängt nichtinseguent auf Wölbung hin, sondern behält länger die Holzdecken bei, dann tritt dieikoratioe Richtung stärker hervor, und zwar mehr im Charakter trotziger Ritterlichkeit,i s friedlicher Religiosität. In England, ähnlich wie in Deutschland und Italien , tragen>e Cistercienserbanten viel znr Verbreitung französisch-gotischer Formen bei, indes bleibt?r an den Scheidcbogen der Kirchen zuerst auftretende Spitzbogen vorläufig ohne Kon-Wyuenz. Der erste französisch-gotische Bau in England ist die Kathedrale von Canterbury ,sst deren Einrichtung um 1174 Meister Wilhelin aus Sens in Frankreich berufen wurde.

och schon 1180 trat ein englischer Mönch, Wilhelm, an seine Stelle und baute amwtlichall Teile des Chores in altenglischer Weise weiter. Der Aufbau wurde vom west-?chen Querschiff an mit je fünf Kreuzgewölben der Seitenschiffe und zwei sechsteiligen desutelschiffes begonnen. Das östliche Querhaus wurde an beiden Seiten mit zwei östlichen