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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gotische Bauwerke in Spanien und Italien .

schiffiger Bau mit Querhaus, Chor mit Umgang und einem Kapellenkranz, alles in einergewissen Weiträumigkeit gebildet. Die Pfeiler sind reich gegliedert, über den Arkadendurchbrechen Triforien die Mauern, und weiter oben folgen Rundfenster, die ein ver-hältnismäßig geringes Licht in das Innere einlassen. Die Kathedrale von Gerona folgtim Chor dem Muster der Kathedrale von Barcelona. Das Langhaus in Gerona erhieltindes nur ein einziges Schiff in der Breite der drei Chorschiffc, und als seitliche Stützenfür die riesigen Gewölbe wurden die Chorkapellen an den Seiten des Langhauses fort-geführt. Man gelangte demnach in Spanien, ebenso wie in Frankreich , zu einer über-triebenen Kühnheit der Konstruktion. Von spanischen Profangebäudcn der Epoche sinddas Rathaus zu Barcelona und die Seidenbörse in Valencia bemerkenswert. Besondersan den Profanbauten entstehen, durch Mischung der maurischen Elemente mit den gotischen,reiche Werke von wunderbarem Reiz; sie gehören meist der Spätgotik an. Ein schönesWerk letzterer Art, bereits ein Übergang zur Renaissance, ist der Palast des Jnfantadoin Guadalajara .

Der maurische Einfluß in der Bildung der Einzelheiten macht sich in den älterenTeilen der Kathedrale von Toledo stark bemerkbar. Im 14. Jahrhundert entwickelt sichüberall in Spanien ein reiches Ornament; die Kapitelle erhalten ein buschiges Laubwerk,die Arkaden werden an der Innenseite mit Zacken besetzt, und es zeigen sich künstlicheGewölbeformen. Die Rippen der Gewölbe werden mit Maßwerk umsäumt, welches sichals Blendornament den Kappen auflegt. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts kommenfigürliche Skulpturen von großartiger Gestaltung vor, wie die Apostelfignren des Portalsder Kathedrale von Burgos .

Portugal besitzt ein hervorragendes Werk aus der spätgotischen Periode in derKlosterkirche Batalha , einer dreischiffigen Basilika mit achtjochigem Langhaus und vor-springendem Querhaus, dem sich nach Osten fünf Apsiden kapellenartig anschließen. DieSeitenschiffe sind hoch hinaufgeführt, so daß die Triforien überflüssig werden. Alle Bau-teile sind äußerlich mit Steinplatten in horizontaler Lage abgedeckt.

Italien scheint auf den ersten Blick wenig zur Entwickelung der Gotik beigetragenzu haben; denn es sind hier keine eignen Anfänge vorhanden, und der fertige Stil wirdvon jenseit der Alpen eingeführt. Indes bietet der italienisch-gotische Kirchenban denseltenen Vorzug der Weiträumigkeit, und der Profanbau gelangt gerade hier zu eineraußerordentlichen künstlerischen Ausdrucksfähigkeit. Die Gotik wird durch die geistlichenOrden von jenseit der Alpen nach Italien verpflanzt und zwar fast gleichzeitig nach allenTeilen des Landes. In der Lombardei tritt nach manchen Versuchen die Gotik ent-schiedener in S. Andrea zu Vercelli auf. Die Kapellenanlage des Chores erinnert anSt. Ived in Braisne, indem der achteckige Vierungsturm die Gesamtanlage beherrscht.Die runden, aus Ziegeln hergestellten Pfeiler sind mit Diensten besetzt, Scheidebogen undRippengewölbe sind spitzbogig, nur die Fenster sind rundbogig geschlossen. Starke Strebe-pfeiler und Strebebogen vollenden das gotische System. Der Bau von S. Francesco zuAssisi tritt durch die Anlage von zwei Kirchen übereinander in eine gewisse Parallele zuder fast gleichzeitigen St. Chapelle in Paris ; dagegen erinnert die Konstruktion der Ober-kirche von Assisi an deutsche Gotik, während die reiche malerische Dekoration des Innerneinen echt italienisch-antikisierenden Zug hat. Die Unterkirche zeigt noch romanische Formen;die Oberkirche ist einschiffig, ohne Strebebogen, in schönen Verhältnissen errichtet. Vierquadratische Spitzbogengewölbe bilden das Langhaus, das Querschiff besteht aus dreiFeldern, die Apsis ist aus fünf Seiten des Achtecks gebildet. Auch in S. Francesco trittdie italienische Weiträumigkeit auf neben dem Vorherrschen der Horizontallinien. DieKirche der Dominikaner, Sta. Anastasia in Verona , zeigt wieder weite Schiffe und weit-gestellte Säulen. Die Arkaden sind stumpf spitzbogig, und darüber öffnen sich zwei Rängerunder Fenster, einmal gegen den flachen Dachstnhl der fünf Seitenschiffe, dann überdemselben. Die Gurtbogen der Seitenschiffe sind übermanert und der Schub des Mittel-gewölbes durch eingelegte Balken am Fuße desselben verringert. S. Francesco in Bologna ist dreischiffig und zeigt sechsteilige Gewölbe über dem Mittelschiff; das ursprünglicheKrenzschiff besteht aus einem Quadrat und zwei Rechtecken, der Chor endet mit fünf

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