system der Paläste Ammanatis, Palazzo Ramirez undPalazzo Vitali in Florenz , zeigt einen vornehmen,aber hausartigen Charakter. Sein Hauptwerk ist derPfeilerhof des Palazzo Pitti , welcher drei RängeArkaden, auf Pfeilern mit Rustikal)albsäulen der dreiOrdnungen ruhend, zeigt. Sansovino in Venedig gehtan seinen späteren Bauten, der Loggia am Campanilevon S. Marco und der Biblioteca , zur Spätrenaissanceüber. Die Biblioteca ist eins der reichsten Dekorations-stücke der Spätrenaissance; im unteren Stock erscheinenArkaden zwischen dorischen Säulen, im Oberstock Ar-kaden zwischen ionischen Säulen, znm Abschluß einFries mit schönen Skulpturen und das Hauptgesims.Scamozzi schließt sich später in seiner Procurazie nuovean das Muster der Bibliothek an und fügt nur nochein korinthisches Stockwerk hinzu. Der PalastbauGenuas läßt eine besonders reiche Entwickelung nachder malerisch-perspektivischen Seite hin und einen be-merkenswerten Fortschritt in der Ausbildung schönerTreppen bemerken. Der Hauptbanmeister Genuas istGaleazzo Messt, der innerhalb und außerhalb derStadt eine ganze Anzahl Paläste errichtet. An PalazzoCambiaso sind bereits die Fenster in der Bertikalliniezusammengezogen, wie dies später im Barockstil all-gemeiner üblich wird. Der von Rocco Lnrago erbautePalazzo Tursi Doria ist merkwürdig durch die Groß-heit der Abmessungen und die reichliche Verwendungdes Marmors.
Die künstlerische Durchbildung der Villa gehörterst recht in diese Periode. Die musterhafte Villa diPapa Giulio vor den Thoren Roms ist eine gemein-schaftliche Schöpfung Michelangelos , Vignolas, Am-manatis und Pirro Ligorios. Die eigentlichen Wohn-räume liegen im Obergeschoß, im unteren liegen dieSäle; die ganze Anordnung ist auf das Genauestestudiert, so daß das Notwendigste bis aufs kleinste,aber nichts Überflüssiges vorhanden ist. Die leicht-gebogenen Seitenfassaden zeigen den malerischen Sinnder Zeit. Die Farnesischen Gärten auf dem MontePalatino zu Rom , von Vignola begonnen, abernicht vollendet, sind eine dieser zauberischen römischenGartenanlagen, welche durch Treppen und Terrassenmit Grotten die Architektur aufs innigste mit der Naturzu verbinden wissen. Palladio schafft in der Rotonda bei Vicenza seine Mustervilla, weniger ein Wohnhausals ein Monument durch die an allen vier Seitenvorgelegten Säulenportiken mit Giebeln. Villa MonteDragone bei Frascati zeigt wieder den engsten Zu-sammenhang der Baulichkeiten mit der Landschaft undnamentlich mit dem Wasser; aber das Hauptwerk indieser Art ist die Villa d'Este bei Tivoli mit ihren groß-artigen, überall durch Wasserläufe belebten Terrassen-anlagen. Die Villa Laute zu Bagnaia bei Viterbo ,von Gambarra vollendet, ist, ähnlich den Villen im
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