Bauwerke der Spätrenaissance in Deutschland . 259
Stock befindet sich der goldene Saal und die Fürstenziuimer. Ein andrer stilistisch nochbedeutenderer Bau des Elias Hvll ist das Zeughaus in Augsburg .
Die Schweiz folgt wieder der deutschen Stilentwickelnng, wenn auch mit etwasstärkerer Betonung des Italienischen. Die Fassade des Geltcn-Znnfthauses in Basel istnoch gotisierend, der Spießhof ebenda zeigt Palladiomotivc. Das Rathaus in Lnzern istnoch stärker italienisch.
Die typisch werdenden Fassadenbildnngcn der Dcutschrenaissance dehnen sich nichtüber ein provinzielles Vorkommen aus. Am weitesten verbreitet ist eine besondere Formdes Giebelhauses im nördlichen und nordwestlichen Deutschland ; entweder ist der Giebeldurch Pilaster in verschiedene Geschosse gegliedert und durch Voluten eingefaßt, oder eskommen Pfeiler mit gemusterten Quadcrschichten und hornförmigen Ansätzen über der
180. Aas Kaiserhaus xrr Kildesherm (16. Jahrh.).Nach einer Photographie.
Giebellinie zur Anwendung. Das am meisten vorkommende Ornament ist das Kartnschen-werk in Form von Beschlägen, in Verbindung mit naturalistisch gebildeten Blumen- undFruchtgehängen. Am Ende der Periode bildet sich, namentlich in Süddeutschland, eineOrnamentform aus, welche Rahmteile und Akanthnsranken, Fruchtschnüre und Bänder inVerbindung setzt. Beispiele dieser weicheren Verzierungsart bietet namentlich die NeueResidenz in München .
In der figürlichen Skulptur überwiegt der niederländische Einfluß, im Anschluß an dieSchule des Giov. da Bolognas. Alexander Cvlins aus Wechsln lieferte zwanzig Frcifigurenund die Reliefs des Sarkophags für das Denkmal Kaiser Maximilians in der Hofkirche zuInnsbruck . Die häufig vertretene Grabplastik erscheint am Ende der Periode verweltlicht undwird in einer etwas äußerlichen Nachahmung der römischen Schule meist von Ausländern aus-geübt. Bedeutende Beispiele dieser Art geben die Fürstengräber im Dom zu Freiberg in Sachsen.Das Denkmal des Kurfürsten Moritz daselbst, mit reichem Figurenschmuck ausgestattet, rührt
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