Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Z16 Baukunst der neuesten Zeit: Gebäudearten.

immer noch gegebenen Falls die Anlehnung an den italienischen Palazzo oder das fran-zösische Adelshötel in den Vordergrund. Das Palais des Erzherzogs Wilhelm amParkringe in Wien, von Theophil von Hansen erbaut, hat mit dem italienischen Palastden von Hallen umgebenen Hof gemein, der hier allerdings mit Glas abgedeckt ist undals Winterreitschule benutzt werden soll. Auch die Anordnung der Halbgeschosse fürBedientenwohnungen und Wirtschaftszwecke gibt das Mezzanin des italienischen Palazzowieder. Im Kellergeschoß des Palais liegt die Küche mit ihren Nebenräumen, die Wasch-küche, Bad, Vorratsräume und Zentralheizung. Das Erdgeschoß enthält die dreiachsigeEinfahrt, Adjutanten- und Hausmeisterwohnung und zur Seite des Glashofes die um-fangreichen Stallnngen und Remisen. In dem darüber befindlichen Mezzanin sind dieWohnungen des Hofmarschalls und des Kämmerers, die Diener- und Fourageräume unter-gebracht. Das Hauptgeschoß enthält die Wohn- und Gesellschaftsräume des Erzherzogsund die Haupttreppe. In einem zweiten Mezzanin sind wieder Dienerwohnungen unter-gebracht, ebenso im vierten Stockwerk. Die Fassaden im Stil der griechischen Renaissance

220 u. S2I., MMais Lrr Miirttomkrrgischeir Gesandtschaft in Berlin , erbaut 1S7S—74 von W. Nenmann.220 Fassade; 221 Grundriß des Erdgeschosses: 1 Durchfahrt. 2 Wohnzimmer. S Schlafzimmer, 4 Dienerzimmer.

Nach „Berlin und seine Bauten".

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sind ganz in Karstsaudstein hergestellt. — Ein kleineres Palais ist das der Württem-bergischen Gesandtschaft in der Boßstraße in Berlin , von Neumann erbaut. DasGebäude ist um zwei kleinere Höfe gruppiert und hat die Durchfahrt mit der Haupttreppezur Seite erhalten. Im Erdgeschoß liegt die Wohnung des Württembergischen Bevoll-mächtigten zum Bundesrat, im ersten Stock die Räume für den Staatsminister und dieKanzlei, im zweiten Stock die Wohnung des Gesandten. Die Fassade ist in schlesischemSandstein ausgeführt und im oberen Geschoß reich mit Sgraffitomalereien geschmückt.Das Hauptgesims ist in Sandstein hergestellt. — Reichere Beispiele des städtischen palast-artigen Wohnhausbaues bieten das Palais des Herzogs von Ratibor in der Moltkestraßein Berlin , von Nenmann erbaut, und das Palais der Spanischen Botschaft (frühervon Tiele-Winckler) in der Regentenstraße zu Berlin , welches, von Eb e und B end a erbaut,mit einer Sandsteinfassade und reichem Figurenschmuck aus der nordischen Sage versehen ist.

Das kleinere eingebaute städtische Einzelfamilienhaus, in der Form dessogenannten „Dreifensterhauses", hat sich, wie schon oben erwähnt, in Deutschland mehr-fach erhalten, muß jedoch in neuester Zeit vielfach dem Mietshause Platz machen.