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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik des Bauwesens.

der Materialien, d. h. die leichteste Bauweise bei dennoch bestimmt genügender Sicherheit,angestrebt werden konnte. Unterstützt wurde dies Vorgehen durch die tausendfältigenFortschritte unsrer Kenntnisse in chemisch-physikalischer Beziehung, durch die dem Bau-markt in reicher Fülle immer neue Materialien verfügbar werden, so daß sich die Geschichtedes Bauwesens im 19. Jahrhundert wahrlich zu einer Geschichte von Erfindungen ge-staltet hat.

Verfolgen wir, um einen Überblick über dieses gewaltige Gebiet zu gewinnen, denBau eines Hauses, so handelt es sich dabei zunächst um Aufrichtung der Wände, dannum die mannigfache Verarbeitung von Eisen, um die Aufsetzung des Daches, um die An-ordnung der erforderlichen Arbeitsgerüste, um die Konstruktion der Decken, Fußböden undTreppen, Fenster, Thüren, Aborte und endlich um den inneren Ausbau.

2S7. giihcriicr Fachwerkbaii.

Kolz und Stein als Waurnatcrial der Wände.

Die Wände bilden den unerläßlichsten Konstruktionsteil jedes geschlossenen Bauwerkes.Die Natur bietet für ihre Herstellung zunächst Steine und Holz. In allen kälteren Gegendenwird man anfänglich immer zu letzterem gegriffen haben, wie denn die Bewohner höhererBreitengrade zum Teil noch heute ihren angestammten Blockhäusern treu geblieben sind.Unsre Äbb. 255 stellt ein solches Blockhaus dar und läßt sogleich erkennen, wie die imübrigen nur roh behauenen Stämme an den Ecken ineinander gekämmt, d. h. wechselweiseso ausgearbeitet sind, daß sie sich dicht schließend aufeinanderlegen. Es ist leicht einzusehen,daß solche Bauweise einen nnverhältnismäßigen Materialaufwand erfordert, und man wirdim Gegensatze dazu den wesentlichen technischen Fortschritt bemerken, den das Schweizer Bohlenhaus in sich schließt, dessen Wände, wie unsre Abb. 256 zeigt, an den Ecken nochnach übereinstimmendem Prinzip verbunden sind. In Rußland und Litauen , sowie ganzspeziell in Norwegen sind auch eine große Anzahl Kirchen in ähnlicher Konstrnktionsweisehergestellt. Hiervon gibt die in unserm Abschnitt über Baukunst Abb. 127 enthalteneKirche zu Borgund ein treffliches Beispiel. Des großen Holzbedarfs und der Feuer-gefährlichkeit wegen aber mußten in volkreichen und weniger bewaldeten Gegenden schonfrüh andre Konstruktionsarten angestrebt werden.