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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Holz und Stein als Baumaterial der Wände. Zgz

Hierzu bot der Fachwerkbau die Möglichkeit, und speziell Deutschland ist es gewesen,das denselben im Laufe des Mittelalters zu hoher Vollkommenheit entwickelt hat. SeinPrinzip beruht darauf, aus Holzbalken ein Netzwerk zu bilden, das je nach den Ansprüchen,denen das Bauwerk genügen soll, mit Brettern verschalt oder mit Lehmsteinen oder ge-brannten Ziegeln ausgemauert werden kann. Unsre Abb. 257 zeigt das System dieser Bau-weise; eine Wohl untermauerte Schwelle nimmt die Tragepfosten auf, die ein oberes Rahmstützen, welches die Balkenlage trägt. Bei mehrstöckigen Häusern läßt man diese, wieAbb. 264 zeigt, gern um ein geringes über die untere Wand vorstehen, wonach auf dem Endeder Balken wiederum die obere Schwelle ihre Unterstützung findet. Die schräg gestelltenHölzer sind Streben und für jede Wand notwendig, um die senkrechte Stellung der Pfostenmittels eines Dreiecksverbandes zu sichern. Die kleineren Horizontalhölzer heißen Riegel

258. Li'össs (ssraäs VerlaüFsrunA äer üolrsr).

289. Vsrrg.ptuv8sv. 260. VorLammuoxeo.

261. iidsrdlLttunxsll. 262. VersLt 2 UN 8 sa.

258—262. Holzvrrüändr.

und dienen nur zur Begrenzung der Thür- und Fensteröffnungen, sowie zur zweckmäßigenGrößenteilnng der verbleibenden Flächen.

Alle Hölzer von Fachwerkwänden sind durch zum Teil sehr sinnreiche Konstruktionenmiteinander verbunden. Man bezeichnet dieselben je nach der Lage, die die Hölzer zueinander einnehmen, als Stöße, Verzapfungen, Verkämmungen, Überblattungen oder Ver-satzungen, und Abb. 258—262 zeigen ihre hauptsächlichsten Arten. In weiterer künst-lerischer Ausbildung des Fachwerkbaues pflegte man oft die Schwellen sowie die Balken-köpfe und deren Konsolen, ja zuweilen auch die Tragepfosten und Strebebänder mit reichenSchnitzereien zu verzieren, und in den Mauerflächen, die nur eine ranmabschließendeund keine konstruktiv tragende Bedeutung haben, wurden durch künstlichen Steinverbandmannigfaltige Figuren gebildet. Mehrere derselben sind in unsrer Abbildung gezeigt, undes sei hier speziell auf den im Mittelfelde links dargestellten Donnerbesen hingewiesen,dessen Vorhandensein das Haus nach altem Aberglauben vor Blitzgefahr schützen sollte. —Sehr erfreulich ist es, daß der Fachwerkbau, der in Städten seiner Fenergefährlichkeitwegen verboten zu sein Pflegt, für freistehende Häuser neuerdings mehrfach mit bestemErfolge wieder aufgenommen ist. Unsre Abb. 263 u. 264 zeigen als Beispiel reicherermoderner Holzbautechnik den Hauptgiebel einer von den Architekten Schilling und Gräbener