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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik des Bauwesens.

Iie wesentlichsten Materialien für den inneren Ausbau.

Zirrkristcn mis gepreßtem Zink.

Erst Wenn das Haus in seinem konstruktiven Gerüst fertig ist, beginnt der innereAusbau. Muß im Äußern alles so eingerichtet sein, daß es Wind und Wetter trotzt,und waren die Architekturteile bedeutend und groß gehalten, um der Fernwirkung Rech-nung zu tragen, so lieben wir im Innern mehr die zarte, oft bis zu einer gewissenEmpfindlichkeit gesteigerte Bearbeitung der Materialien, und da das Auge fast überall ver-hältnismäßig nahe Stand-punkte gewinnen kann, somuß die Formgebung zier-lich und leicht werden.

Der natürliche Steinkommt deshalb hier nurseltener vor, und wo ersich findet, Pflegt es seinpolierter Marmor oderGranit zu sein, derenverschiedenartige prächtigeFarbenwirkung besondersgut geeignet ist, in Vestibule-räumen den Übergang vomÄußern zum Innern zuvermitteln. Ferner treffenwir derartige Gesteine auchin Festsälen zu Brüstungen und Säulen verarbeitet, wo ihr Effekt dann noch weiter durchvergoldete Bronze an Sockeln, Bändern und Kapitellen gesteigert wird. In den intimerenWohnränmen aber sind andre Materialien beliebter, und Marmor wird höchstens noch füreinen Kamin oder eine Fensterbank angewendet, wo er dann unter Stoffen und sonstigenDekorationsteilen zu keiner dominierenden Wirkung gelangt.

Weit häufiger, als um echte Gcsteinarten, handelt es sich bei Wandbekleidnngen undSäulen aber um künstliche Nachahmungen derselben. Speziell Marmor verstand man

schon im Altertum täuschend nachzubilden. Die Technik istnach dem Untergänge des römischen Reiches eine Zeitlangverloren gewesen, wurde aber schon im späteren Mittelalterin Italien von neuem wieder angewendet, und die Italienersind es auch, aus deren Händen in dieser Beziehung bisheute noch die schönsten Arbeiten hervorgehen. Die Her-stellung des eigentlichen Stuckmarmors erfordert ein um-ständliches und kostbares Verfahren, gestattet aber sogarMosaik- oder intarsienartige Einlagen. Solcher Stuckmarmorgewinnt, wenn die Flächen nach dem Abhobeln gehörigpoliert sind, ein tadellos schönes, sehr haltbares und völligder Natur entsprechendes Änsehen. Viel wohlfeiler ist dersogenannte Stukkolustro, bei dem die Liderungen stattdurch Mischung verschiedenfarbiger Materialien vor demPolieren auf den: feuchten Grunde nur mit einem Pinselhergestellt werden. Eine Mittelart bildet der Marezzo-Marmor, der nicht an der Wand selbst gearbeitet, sondernin Platten auf Spiegelglas gegossen und nach dem Er-härten angesetzt wird.

Diese älteren Verfahren werden gegenwärtig übertroffen428 . Zrrreisrn Lrs Foc-ncisrn- durch das von Matscheke L Schrödl in Wien erfundenein Kalk bei Köln Jnkrustat, mittels dessen sich sowohl alle Marmorarten,