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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik des Bauwesens.

welchem für Tränkung von Fußböden und sonstigen Holzflächen nur sehr wenig Farbstoffbeigemengt wird. Nach dem Grundieren ist der Anstrich zwei- bis dreimal zu wieder-holen, und bei besseren Ansprüchen müssen inzwischen die Flächen mit Bimsstein geschliffenund ihre Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Die Maserung des Holzesund Aderung des Marmors läßt sich mit Lasurfarben, die Hinzufügung schmückenderOrnamente mit jeder dafür gewünschten Farbe bewerkstelligen. Nach Vollendung werdenalle Flächen, die man glänzend zu haben wünscht, ein- oder zweimal mit Bernstein - oderKopallack überzogen. Diejenigen, die matt erscheinen sollen, werden gewachst. Für Ver-goldung bringt man nach dreimaligem Anstrich eine klebige Firnislösnng, den sogenanntenGoldgrund, auf und belegt die Flächen mit Blattgold, welches, wenn unecht, wiederumeinen Lacküberzug erhalten muß. Für schlichte Bronzierung werden die Körper vor demTrocknen des letzten Anstriches mit Bronzepulver bestreut oder mit einer Firnislösungangestrichen, der Bronzepulver beigemischt ist. Ein haltbarer Ölfarbenanstrich läßt sichnur erzielen, wenn die Flächen vorher völlig ausgetrocknet sind. Immerhin kann dieDauer eines solchen für Außenbauteile je nach dem Klima doch nur auf 4—6 Jahreangenommen werden. Im Innern bestimmt sich dieselbe ganz nach der mehr oder wenigergeeigneten Beschaffenheit der Flächen und nach der Abnutzungsart.

Außer Leim und Öl bietet die neuere Chemie noch eine ganze Anzahl sonstigerBindemittel für Farben, die speziellen örtlichen Anforderungen genügen sollen. Vondiesen können hier nur die wichtigsten namhaft gemacht werden. Wasserglasanstrichelassen eine wetterbeständige Kruste entstehen und eignen sich daher zum Schutz ältererZiegel- oder Werksteinflächen. Für Verputzflächen ist ein sehr guter Anstrich im Amphi-bolin gewonnen, welches gleichfalls an der Luft dauerhaft erhärtet. Die RahtjenschePateutsarbe dient für Eisenanstrich und bietet neben längerer Haltbarkeit den Vorteil,weit schneller aufzutrocknen als Ölfarbe. Die Emailfarbe, ebenfalls eine Art Lackfarbe,hat sich besonders als Schutzmittel gegen Feuchtigkeit bewährt und ist für Maschinenräumeoder größere Küchenanlagen beliebt. Die Balmainsche Leuchtfarbe besitzt die Fähig-keit, das Licht aufzusaugen, so daß die Flächen nachts schwach leuchtend erscheinen.

Für große architektonische Dekorationen äußerer Bauteile bieten aber alle diese Mal-weisen nicht die erwünschte Dauer, und daher wählt man hierfür lieber die im 16 . JahrhundertvonPolidoro Caldara in Rom erfundene Sgraffitomalerei. Für diese wird auf einemaus Kalk, Sand und Kohlenstaub hergestellten Grundpntz ein dünner Überzug aus Gipsaufgetragen. Dann überträgt man die gewünschte Zeichnung von einem Karton und kratztdie Umrisse und Schattierung aus. Man kann auch eine drei- oder vierfach verschieden-farbige Putzlage aufbringen und gewinnt damit die Möglichkeit zu reicherer Ausführungdes Örnamentes. Um den Sgraffitoschmuck wetterbeständig zu machen, muß derselbe aberin nördlicherem Klima in gewissen Zeitabständen mit heißem Leinöl oder einem ähnlichenMittel getränkt werden.

Für Innendekorationen eignet sich, ihrer zarteren Ausführungsweise wegen, besserdie Freskomalerei, die schon im Altertum den Griechen und Römern bekannt war,danach aber erst seit dem 13. Jahrhundert wieder in Aufnahme gekommen ist. Für dieseMalweise muß die betreffende Wand mindestens zwei Jahre lang völlig ausgetrocknet seinund dann mit grobem Kalkmörtel geputzt werden. Die Oberfläche des Putzes wird späteraufgekratzt, worauf ein zweiter Bewurf folgt, der glatt abzureiben ist und als eigentlichenFreskogrund noch einen dritten Verputz aufzunehmen hat. Dieser letztere darf nur insolchem Umfang angetragen werden, wie die Malerei täglich fortschreitet, weil sich dielediglich mit Kalkwasser zubereiteten Erdfarben nur verarbeiten lassen, solange der Unter-grund noch feucht ist. Es bedarf deshalb die Freskomalerei sehr tüchtiger und geschulterKünstler, zumal sich auch spätere Nachbesserungen kaum bewerkstelligen lassen. Indemman diese Malweise mit der Sgraffitomanier verbindet und die Konturen der Zeichnungauskratzt, steigert sich ihre Wirkung sehr wesentlich. Dieses ist neuerdings speziell inKirchen vielfach mit vorzüglichem Erfolg unternommen, und besonders von Professor Otzensind sehr stimmungsvolle Dekorationen auf diese Weise geschaffen. Für eigentliche Ge-mälde aber, wo solches Verfahren naturgemäß nicht möglich ist, hat man bezüglich der