Der Farbenschmuck und seine Mittel.
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herstellte und später einklebte. Dieses Verfahren ist gegen Ende des Mittelalters dahinvervollkommnet, daß an Stelle der Schablonenmalerci der Holzmodelldruck trat, und dieserendlich hat sich seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts in größerem Maße eingebürgert.Gegenwärtig bildet die Herstellung der Tapeten, für die erst seit reichlich 50 JahrenMaschinen benutzt werden, eine ausgedehnte und große Industrie, aus die wir in Band VIIInoch eingehend zurückkommen werden, wo-gegen hier das Verarbeiten der fertigenTapeten zu besprechen ist, die in Deutsch-land fast durchweg in Rollen von 8 inLänge und 0,4? na Breite in den Handelkommen.
Nur die sogenannten Naturell-undSatintapeten, sowie gewisse Natnrell-goldtapeten lassen sich als die billigstenArten unmittelbar auf die Wand kleben.
Für alle besseren Sorten ist es zur Er-reichung einer guten Wirkung und zurErhaltung der Farben durchaus nötig,
Grundpapier unterzulegen. Ist der Putzsehr rauh, so müssen die Wandflächen fürhelle Tapeten vor dem Einlegen des Grund-papieres mit Bimsstein geschliffen werden,und zeigt sich, daß der Putz eine ätzendeWirkung ausübt, so ist ein Alannanstrich zuempfehlen. Um das Abplatzen der Tapetenthunlichst zu vermeiden, ist es stets zweck-mäßig, die Wände oben und unten sowiein den Ecken mit Leim vorzustreichen. Ihreuntere und obere Begrenzung finden dieTapeten durch Borten oder Leisten, wäh-rend der Höhe nach die einzelnen Bahnenohne weitere Deckung genau zusammen-geschnitten oder nach Unterlage eines dünnenUnisstreifens gestoßen werden müssen. Beibesserer Ausstattung führt man die Bortenin den Ecken doppelt herum und begrenztsie wohl auch durch mehr oder wenigerreich verzierte Holzleisten. Wünscht manelegantere Wirkung, so kann die Wand auchin Füllungen geteilt werden, die alle vonBorten und einfachen oder doppelten Leistenumgeben sind. Diese Anordnung ist aberhauptsächlich nur für Festsäle beliebt, weilsie eine für die weitere Dekoration durchMöbelstellnng und Bilder nachher oft lästigeBeschränkung schafft.
Für die Tapezierung wählt man insolchen Fällen echte Blattgold-, Velour-, imi-tierte Seiden- oder gepreßte Tapeten, oder man verläßt auch die Papiertapeten ganz undwendet sich den aus andern künstlichen Substanzen hergestellten Stoffen, wie Linkrusta Walton,gepreßtem Filz, imitiertem Leder, Tyne castle odcr Anaglypta, zu, die alle eine Art wirklichPlastischer Wandverziernng bieten, dafür aber freilich auch einen bedeutenderen Aufwandschon deshalb erfordern, weil sie nach dem Einkleben durchweg bemalt werden müssen.Für außergewöhnliche Dekorationen, wie z. B. in den Gemächern des neuen Reichshauses