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Entstehung der Ortschaften. Die Anlage der Orte im allgemeinen.
1156 hier seine bleibende Hofstatt nahm und den alten Ort zu regerem städtischen Lebenerweckte. Friedrichs des Rotbarts großer Gegner Heinrich der Löwe bestimmt 1158zum Mittelpunkt nenerworbenen slawischen Landes Lübeck , eine planvolle und mit wert-vollen Vorrechten ausgestattete Anlage. Gleichzeitig gab er unter gewaltthätiger Besei-tigung geistlichen Widerstandes dem Dorf München städtische Rechte, desgleichen ummauerteer um seine Burg Dankwarderode herum die älteren Ortschaften, welche seitdem zuder Stadt Braunschweig erwuchsen. Durch ihn erhielten Hannover 1169 und das imSlawenlande erbaute Schwerin um 1170 das Stadtrecht.
Während in Schwaben, Elsaß, Hessen, Westfalen und Holstein zahlreiche neue Städteentstehen, dringen deutsche Krieger, Prediger und Kaufleute kolonisierend nach demOsten vor. 1206 tritt Dresden als markgräfliche Residenz, 1244 Berlin -Kölln als Sitzeines Propstes in das Licht der Geschichte. Stettin und Breslau erhalten deutschen Zuwachs. Prag erscheint, mit bevorzugter zugewanderter deutscher Bevölkerung nebenden altansässigen Tschechen. Kaiser Friedrich II. verleiht dem Hochmeister des DeutschenRitterordens Preußen, soweit er es erobern würde, als freies landesherrliches Eigentum;1229 beginnt der Orden die Besitzergreifung. Thorn, Elbing, Marienbnrg, Königsberg verdanken ihm ihr Entstehen.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts erhebt sich der unter dem Namen Hansa bekannte Städtebund, welcher dem deutschen Handel unter Vortritt Lübecks eine führendeStellung in der nördlichen Hälfte Europas errang und in London, Bergen und Nowgorod seine Kontors besaß, aber zu wesentlichen Neugründnngen nicht mehr Veranlassung hatte.Es war dies die Zeit der höchsten mittelalterlichen Blüte der Städte, wo die Zünfte sichSitz und Stimme im Rat errungen hatten und die Mehrzahl der bedeutenderen Gemein-wesen zur Reichsnnmittelbarkeit gelangt war.
Seit der Reformation ging es mit der Selbständigkeit der meisten zu Ende. DieLandesfürsten, denen die Städte solange Vorbilder geordneter Zustände gebotenhatten, wurden nunmehr die Träger des modernen Staatsgedankens. PrachtliebendeHerrscher sind es denn mich, deren Wille in neuerer Zeit für sie selbst und ihr Gefolge,ihre Dienerschaft und ihre Garnison sowie für das vom Hof abhängende bürgerliche Ge-werbe bestimmt datierte Schloß- und Stadtaulageu geschaffen hat, wie Mannheim undKarlsruhe , welche sich durch architektonische Regelmäßigkeit auszeichnen.
Neuerdings ist Amerika das Land der planmäßigen Städtegründungen. Dasrasch fortschreitende Ausschließen des Landes und seiner Hilfsquellen, die von ungestümemErwerbssinn gestachelte Energie der Bevölkerung führen dazu, ganze Ortschaften mit voll-ständiger Ausstattung an Kirchen, Rathäusern, Gerichtsgebänden, Schulen und Verkehrs-mitteln fast mit einem Schlage entstehen zu lassen. So ward die Stadt Paisly ander Bahnlinie Philadelphia-Barncgat durch einen New Aorker Unternehmer ins Lebengerufen, welcher den Plan mit allem Zubehör fix und fertig herstellen ließ und dieabgeteilten Bauplätze unter Entwickelung einer großartigen Reklame bald an den Mannbrachte. Nach Jahresfrist baute man bereits die Kirche und wählte das Stadtoberhaupt.Middlesborough in Tennessee ward mit 400 Häusern und den nötigen öffentlichen Ge-bäuden im Jahre 1890 auf Aktien gebaut. Die Bundesstaaten der argentinischen Republik beschlossen, um das Übergewicht von Buenos Ayres herabzumindern, im Jahre 1882 denBan der neuen Hauptstadt La Plata . Mau begann mit Anlage des vortrefflich gelegenenHafens, der Eisenbahnen und der öffentlichen Gebäude. Die Privatbauthätigkeit folgteauf dem quadratisch eingeteilten Stadtgrundrisse nach, und die Gemeinde zählt jetzt bereitsmehr als 50000 Einwohner.
Ais Anlage der Hrte im allgemeinen.
Die Bauart der Städte geht hervor aus ihrer Lage, der Gestaltung ihres Bodens,ihrer politischen, knnstgeschichtlichen und gewerblichen Entwickelung, endlich aus dem vvr-sorgenden Willen eines einzelnen Machthabers oder einer Gemeinde.
Günstige Punkte der Lage nach sind zu allen Zeiten diejenigen gewesen, welche demZusammenströmen der Verkehrswege entsprechen. An Stellen, wo die Flußthälcr aus deu