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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die öffentlichen Plätze.

Pfeiler erhalten. Auf der Kaiser-Wilhelmbrücke tragen Obelisken von poliertem Granitdie Lampen für das elektrische Bogenlicht. Auf der Friedrichsbrücke dienen knpfer-getriebene allegorische Figuren dem gleichen Zweck. Vier Sphinxe auf den Landpfeilernund der kämpfende Herkules in zwei Gruppen auf der Brückenmitte sind von der altenjetzt beseitigten Herkulesbrücke aus der Innenstadt auf die neuere Brücke gleichenNamens in das Tiergartenviertel übertragen worden. Acht herrliche Marmorgruppenschmücken die Prächtige Schloßbrücke. Auf dem vorgebauten Mittelpfeiler der LangenBrücke steht in römischem Jmperatorenkostüm die eherne Statue des Großen Kurfürsten.Ähnlich trägt die Jnselspitze, auf welche der Laut Konti in Paris sich aufsetzt, die StatueHeinrichs des Vierten.

Eine Begleitung der Brückenbahn durch Verkaufshallen, welche den Anblick aufden untergeordneten Flußlanf verdecken, bilden die Jäger- und Spittelkolonnaden inBerlin. Die Rialtobrücke in Venedig ist zwischen drei Fußgängerwegen, mit zwei Reihendoppelter Arkaden versehen, welche auf dem Bogenscheitel durch eine Thoröffnung unter-brochen sind.

Turmartige Ausbildungen der Pfeiler und zinnengeschmückte Portale Pflegen nurkunstvoll geschmückten Eisenbahnbrücken gegeben zu werden, wo die Architektur sich in einerweitgedehnten freien Landschaft geltend machen muß. Wir erinnern an die Weichselbrückenbei Dirschau, die Elbbrücken bei Hamburg . Kräftige Türme auf den Strompfeilern kenn-zeichnen schon aus der Ferne die neue Towerbrücke in London . Dieses Bauwerk, amweitesten östlich von allen Stromübergängen der Riesenstadt, dicht unterhalb des Towersetwa 1 km oberhalb des eigentlichen Seehafenverkehrs gelegen, hat drei Stromöffnungen,deren beide äußere, mit festen Kettenbrücken überspannte, eine Lichtweite von je 82,go uiausweisen, deren mittlere mit einer Klappbrücke versehene, eine Lichtweite von 60,gg in hat.Starke Pfeiler von 21,84 in Breite trennen die drei Öffnungen. Auf diesen Pfeilernbauen sich die stählerne» aber von Hausteinmauerwerk umhüllten Türme auf, welche dieseitlichen Kettenbogen und die Verspannung über der Mittelöffnung stützen. Diese Ver-spannung ist an zwei für den Fußgängerverkehr bei geöffneten Klappen dienenden Gitter-brücken aufgehängt, deren untere Gurtung 43,^ in über dem Hochwasserspiegel liegt,also Seeschiffen mit ihren Masten den Durchgang verstattet. Treppenanlagen und mittelsDruckwasser betriebene Aufzüge führen zu den Gitterbrücken in den Türmen empor, währendder Unterbau die Kammern für die als Gegengewicht dienenden Teile der Klappen enthält.Auf den Landwiderlagern tragen niedrigere Türme die landeinwärts verankerten Ketten-enden. Zufahrtsrampen führen zur Fahrbahn, welche in der Mitte bei geschlossenen Klappenimmer noch eine Öffnung von 9 in Höhe über dem Hochwasser beläßt. Die Breite derBrücke beträgt auf den festen Bahnen 18,2-, m, auf den Klappen 15,24 in. Die architek-tonische Ausbildung, für welche die Nähe des Towers von Einfluß gewesen ist, ist inPrächtiger kraftvoller Gotik durchgeführt.

/Die öffentlichen Ulühe.

Das griechische und römische Altertum kannte verschiedene Arten öffentlicher Plätze.Da war der eigentliche Marktplatz, welcher znm Verkauf von Waren diente, von Halleneinfacherer Architektur umgeben. Sodann die Ratsplätze, Agora bei den Griechen,Forum civile bei den Römern, für Volksversammlungen zu Beratungen, Wahlen, Gerichts-verhandlungen bestimmt, von oblonger Form, mit einer Rednerbühne versehen, von zwei-stöckigen Säulenhallen, Basiliken, Tempeln und Kapellen umgeben, an den Schmalseitenmittels Triumphbogen geöffnet, mit Lenksäulen, Statuen, Altären besetzt. In Rom undPompeji sind die Ruinen solcher Anlagen, durch Ausgrabung freigelegt. Die dritte Artöffentlicher Plätze waren die Tempelbezirke, wie der auf der Akropolis in Athen , znEleusis, zu Olympia, der des Jupiter Optimus Maximus auf dem Kapital zu Rom . Siewaren erforderlich, um der Volksmenge bei Opferfesteu und Prozessionen Raum zu ge-währen, reich geschmückt mit den zahllosen Weihgeschenken wetterbeständigerer Art, welchenicht im Innern des Tempels aufgestellt werden konnten.

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