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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die gärtnerischen Anlagen.

licheii Miniaturgärten der Holländer mit ihren Beschneidungskünsten an Baum undStrauch und den großartigen Kompositionen der Italiener, welche durch geschickte Aus-nutzung der Natur ihre Palastbauten in der Wirkung zn steigern verstanden, bildeteLenötre jenen französischen Stil heraus, der die großen, das Vorland der Schlösserbeherrschenden Parterres und Allcenzüge der Italiener mit den ornamentalen Linien desBlumenbeetes und den verschnittenen Laubwänden der Holländer vereinigte. PrachtvolleGartenanlagen dieser Art besitzt auch Deutschland in Schwetzingen bei Mannheim , Sans-souci bei Potsdam, Herrenhausen bei Hannover, Niedersedlitz bei Dresden, Wilhelmshöhe bei Kassel, Nymphenburg bei München, besitzt Österreich in Schönbrunn bei Wien . Dieenglische Gartenmanier, welche eine Veredelung derNatnr anstrebte und in fast zu schrofferWeise mit der Starrheit der älteren Schule brach, verfiel bald in eine gewisse Senti-mentalität und überhäufte die Parks mit Tempeln, Ruinen, Graburnen, chinesischen undmittelalterlichen Häuschen. Beide Richtungen verdrängte die neuere Gartenbauart,welche durch P. I. Lenne und Fürst Pückler-Muskau teils auf die Italiener, teils un-mittelbar auf die Natur zurückgeführt wurde. Ersterer hat im Tiergarten zu Berlin undan der Promenade in Leipzig, letzterer besonders in den Parks zu Muskau und Branitz sein Können niedergelegt.

Die modernste Gartenbaukunst schwankt zwischen den genannten Richtungen. Inden zoologischen Gärten zu Hamburg, Berlin, Dresden ist Pücklers System aufgenommenworden. Eine mehr architektonische Gliederung im Sinne der Italiener hat dagegenSiebeck im Stadtpark zn Wien gewählt, und man wählt sie mit Recht überall da, wo diePflanzung architektonisch eingerahmt ist, oder als Vorgarten eines monumentalen Gebäudesdient. Die großen englischen Parks, Hyde-Park, Regents-Park, Viktoria-Park zu London ,zeigen die dortige Eigenart breiter Fahrwege, ausgedehnter Wiesenflächen, zahlreicherSpielplätze. In Nordamerika findet das englische Beispiel ausgedehnteste Nachahmung.Die französischen Parks leiden oft an einer übertriebenen Vielheit von gekünstelten gärt-nerischen Motiven, wie der Parc de Monceaux in Paris . Reicher an großartigen Land-schaftsbildern und Wasserflächen sind die Parkwälder von Boulogne und Vinccnnes.Kühn und großartig ist der Volkspark in den Buttes Chanmont, wo unter Benutzungeines alten Steinbruches Gebirgsszenerien mit 50 in hohen Felsen, Grotten, Wasserfällenund weit von Fels zu Fels gespannten Brücken geschaffen sind.

Nicht eine künstliche Anlage, sondern eine natürliche Landschaft, etwa von der GrößeBelgiens, ist der Aellowstone National Park in Wyoming in Nordamerika , durch Kon-greßakte von 1872 als öffentlicher Park und Erholungsort für das Volk reserviert. Erbesteht aus einer flachgewellten Hochebene, etwa 2400 in über dem Meeresspiegel gelegen,von tiefen Thälern durchschnitten und von schneebedeckten Bergketten umgeben. DieSpuren einer gewaltigen noch fortdauernden vulkanischen Thätigkeit in Geisern, heißenQuellen, lebendigen und bereits erloschenen Kratern, Versteinerungen und Schwefelhügeln,ferner entzückende Seen und Wasserfalle, endlich dichte Hartholzwälder im Süden undOsten mit Gehegen wilder bereits selten gewordener Tiere erregen die höchste Be-wunderung des Reisenden.

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In alter Zeit vollzog sich der Anbau und Ausbau des Straßennetzes sehr allmählich.Mögen die älteren Städte sich nun, der Örtlichkeit angeschmiegt, unregelmäßig ausgebreitetoder sich strahlen- und ringförmig entwickelt haben, oder vorbedachten regelmäßigen Liniengefolgt sein, so schufen ein anfangs ärmlicherer später reicherer Anbau, der Eigenwilleder Bauherren in Ausgestaltung einzelner Häuser, der Einbau von Kirchen und andernöffentlichen Gebäuden, die Enge der dem schwachen Verkehr genügenden Straßen, dieGeschlossenheit der ruhigen wenig durch Wagenverkehr bchelligtewPlätze so mannigfaltige,geschichtlich interessante, architektonisch reizvolle Städtebilder, daß solche in ähnlicher Weisekünstlich zu schaffen wir uns heutzutage vergeblich bemühen würden.

Fast überall in der zivilisierten Welt haben in der zweiten Hälfte des neunzehntenJahrhunderts die Städte einen früher ungeahnten Aufschwung genommen. Im Deutschen