Wasserversorgung der Städte.
501
Mittels Wasserspülung senkt man Brunnen in der Art, daß man Wasser unterstarkem Druck in ein vollmundiges eisernes Rohr Preßt. Das Wasser spült unter demRohr den Boden fort und treibt ihn in Gestalt von Schlamm an den äußeren Wändendes Rohres in die Höhe. Das Rohr sinkt durch Belastung.
Ist der Boden felsig, so wird er zunächst mittels Meißel, welche an einem steifenGestänge innerhalb der Bohrschale geführt werden, durch Aufstoßen gelockert, ehe er inzertrümmerter Form mit dem Bohrlöffel entfernt werden kann. In sehr festem Steinwird das Bohren dadurch noch mehr erleichtert, daß man die Krone des hohlgestaltetenBohrers mit schwarzen Diamantenbesetzt und den Bohrschlamm durchWasserspülung beseitigt.
Das auf solche Weise in denBoden getriebene Rohr kann ent-weder darin verbleiben und zurWasserentnahme benutzt werden,indem der Wasserzntritt alsdannnur an der Sohle erfolgt; oder eswird nach Einbringung des end-gültigen Entnahmerohres des Brun-nens wieder herausgezogen. Letz-teres ist dann zur seitlichen Auf-nahme des Wassers meist mitLöchern oder Schlitzen versehen,welche ihrerseits gegen Verschlam-mung geschützt werden, entwederdurch ein Tressengcwebe oder durchUmhüllung mit Kies und Sand, denman mit Hilfe eingestellter cylin-drischer Blechschablonen einschüttet.
Während in den Rohrbrun-nen der Spiegel in ungestörtemGleichgewicht unter dem Erdreichliegt, ist ein artesischer Brunnenein solcher, der in beständigem Aus-laufe den Inhalt einer bergab lau-fenden wasserführenden, von un-durchlässigen Schichten eingeschlos-senen Erdschicht über dem Bodenals Springquell abgibt. (Die Be-zeichnung „artesisch" stammt von„^rtasias oomitatns", der Alt-niederländer Provinz „Arthuis",heute französisch L.rtois, in deren N-s-i«ns L-s d-r ^
Kalkboden im 13. Jahrhundert die ^ „W->s,°r°°-i°rgung ->°r S.adn .
ersten springenden Brunnen angelegt wurden.) Solche sind z. B. in Konstanz für dieWasserbeschaffung nutzbar gemacht. Hier ist über das abgedrehte obere Ende der Bvhrschaleein teleskopisches Rohr geschoben, das im Zwischenraum durch eine Bronzefeder gedichtetund oberhalb mit einer Stellvorrichtung verbunden ist. Mit letzterer kann der Überlaufin alle Stellungen bis zu 1,ss m über die Oberkante der Bohrschale gebracht werden.Das überlaufende Wasser fließt in einen größeren, die Bohrschale und deren Verlängerungumgebenden Behälter, von welchem die Zuleitung nach den Verbrauchsstellen und derLeerlauf abzweigen. Das ganze steht in einem gemauerten Brnnnencylinder.
Gehen die ebengenannten Vorrichtungen lotrecht in die Erde zum Aufschluß einertief liegenden Wasserschicht, so fängt man einen flach gehenden Grundwasserstrom durch
MAMU
VMM