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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der nwdernen Städte.

tauchen die Saugrohre ein, mittels welcher die Abwässer weiter befördert werden. JedemSaugrohr entspricht eine Pumpe. Hinter dem Maschinenhause vereinigen sich die Fort-setzungen der Saugrohre wieder zu einem gemeinschaftlichen Druckrohr, das bis zum Zieleder Anlage führt. Ein Notanslaß ist auch im Sandfang vorgesehen. Die Truckrohr-leitung folgt dem Gefalle des Bodens, in welchem sie liegt, bergauf und bergab. Anden tiefsten Stellen werden Auslaßschieber eingelegt, um zum Zwecke von Reparaturendie Leitung entleeren zu können. An den höchsten Punkten befinden sich Lufthähne, welchedazu dienen, die aus den Abfallstoffen in erheblicher Menge entstehenden Gase regelmäßigabzulassen. Die Drnckrohre sind aus Gußeisen, nur an besonders schwierigen Stellen,wie Dückern, bogenförmigen Überführungen von Flußläufen, Eisenbahnkreuzungen, ausSchmiedeeisen hergestellt.

Die unmittelbare Einleitung in einen Flußlauf ist überall da unbedenklich, wo derletztere im Verhältnis zu dem kanalisierten Gebiet geräumig, wasserreich und schnellfließendgenug ist, um die Abwässer und die mitgefühlten Stoffe rasch fortzuschaffen, ohne daßsich Ablagerungen und die damit verbundenen Belästigungen bilden können. In Strom-läufen, welche jene Eigenschaften besitzen, verlieren die Schwemmstoffe durch Berührungmit der Luft in kurzer Zeit ihre trübende und übelriechende Beschaffenheit. Die StadtMünchen wird voraussichtlich noch lange Jahre ihre Kanäle der wasserreichen, starkfallenden Jsar zuführen können, ohne daß gesundheitliche Nachteile entstehen. Auch derStadt Hannover ist kürzlich erst die Einleitung ihrer Abwässer in die Leine auf beschränkteZeit seitens der Regierung erlaubt worden. Jedenfalls muß die Ansmündung nichtinnerhalb des Weichbildes, sondern in angemessener Entfernung flußabwärts erfolgen.Wo aber der Strom nicht im stände ist, die ihm aufgebürdeten Schmntzwassermassen fort-zuleiten und zu oxydieren, da stellen sich jene Übelstände ein, welche wir bezüglich Londons erwähnten. Mit Recht verlangen daher die Aufsichtsbehörden in solchen Fällen die vor-herige Klärung der Abwässer. So ist in Frankfurt a. M. die Reinigung des Kanal-inhaltes in Klärbecken gefordert Wordei?, und daraufhin ist die mustergültige Anlage zurAusführung gekommen, welche wir im weiteren näher beschreiben werden. Der wirtschaft-liche Nachteil, welcher durch die Wegschwemmung kostbarer Düngstoffe entsteht, wird durchdie Klärung insoweit aufgehoben, als die zurückbleibenden festen Bestandteile präpariertund für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden. In ausgiebigerem Maße geschiehtdie Ausnutzung der Düngstoffe aber durch Berieselung sonst steriler Landflächen. Berlin hat mit bestem Erfolg weitausgedehnte Rieselfelder angelegt, nach deren Vorbild Magde-burg kürzlich eine ähnliche Veranstaltung ausgeführt hat. In Königsberg werden Riesel-felder geplant. In Leipzig und Breslan wird die Frage zur Zeit noch studiert.

Schwemmkanalisation von Frankfurt a. M.

Die Einzelheiten einer Schwemmkanalisation behandeln wir am besten an einem Muster,demjenigen von Frankfurt a. M Bestimmt, alle Abwässer der Stadt, die menschlichen Abgänge,den schwcmmbaren Unrat, sowie das Regenwasser abzuleiten, ist ihr in jüngster Zeit noch dieAufgabe geworden, die nach einem Punkte zusammengeführten Wässer vor ihrem Einkauf in denMain vrm den mitgefühlten Schinutzstoffen zu befreien. Das Gelände hat sein schwächeresGefälle parallel mit dem Mainfluß, sein stärkeres rechtwinkelig auf denselben. Die Hauptsielefolgen inl allgemeinen der ersteren, die Nebensiele der letzteren Richtung. Die ganze Anlage istnach einem einheitlichen, dem vorhandenen wie dem beabsichtigten Straßennetz sich anschließendenPlan ausgeführt, so daß der Sielban mit dem Ausbau der Stadt Schritt haltend, sich allmählichzu einem geschlossenen Netz zusammenfügen wird. Die Entwässerung zerfällt auf jeder Seitedes Mains in zwei Systeme, ein oberes und ein unteres. Das obere umfaßt die sämtlichenhochgelegenen Stadtteile, welche in ihrer Entwässerung vorn Hvchwasser des Maines unabhängigsind. Die zu diesem System gehörigeil Abfangleitungen werden durch je ein Hauptsiel zusammen-gefaßt, deren rechtsmainisches einen Notauslaß dicht unterhalb der Stadt, deren linksmainischcsetwa in der Mitte des städtischen Flußufers einen Notauslaß hat, zur Beseitigung des über-flüssigen Regenwassers. Für gewöhnlich aber geben die Hauptsiele des Bergsystems ihren Inhaltan die Hauptauslaßsiele des unteren oder Thalsystems ab. Dieses untere System umfaßt dieübrige Stadt, welche wegen ihrer Tiefenlage bei Hochwasfer einer künstlichen Tieserhaltung desWassers in den Kanälen bedarf. Zu diesem Zweck sind die Hauptsammler dieses Systems bisauf 4^/2 bin flußabwärts geführt. Außerdem sind vom rechtsmainischen Hanptsaliimler zweiStränge landeinwärts bis zu zwei Gräben, dem Kettenhvf- und dem Dammgraben geführt,