532
Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
räume nebst vermietbaren Kellern nehmen das Untergeschoß ein. Auch kleinere Gast-wirtschaften befinden sich zuweilen in städtischem Besitz und werden zeitweise erneuert underweitert. So ist Hannover von einer Reihe städtischer Waldwirtschaften umgeben. Berlin besitzt das sogenannte Eierhäuschen bei Treptow .
Beträchtliche Opfer erfordert von der Gemeinde das Schulwesen. Die Errichtungund Unterhaltung der Bürgerschulen Pflegt ausschließlich den Stadtverwaltungen anheim-zufallen, während sie sich in die höheren Schulen mit dem Staate teilt. Wesentlich fürein Schulgebäude ist die nötige Anzahl Klassen in Tiefe von etwa 7 in und in Längevon 7 bis 9 in. Es sind dies die sogenannten Langklassen, die neuerdings ausschließlichausgeführt werden, im Gegensatz zu den Tiefklassen, in denen die Tiefe die Länge über-wog, welche aber den vom Fenster entfernten Plätzen zu wenig Licht gewährten. Die
bS7. Sitnativnsplan des städtischen Waisenhauses zu Nmninrtslmrg bei Kretin (Arch. Holz mann).
Fensterfläche betrage ^ der Grundfläche. Die Klassen reihen sich an einem hellen Korridorentweder einseitig oder zweiseitig auf. Dieser Gang, der nicht unter 3 in, wohl aberbreiter sein darf, dient gleichzeitig als Garderobe. Wo die Schule von beiden Geschlechternbesucht wird, sind diese immer zu trennen und jede Abteilung mit einer besonderen Treppezu versehen. Wird sie nur von einem Geschlecht allein besucht, so ist eine einzige Haupt-treppe von mindestens 2 w Lanfbreite und ein einziger Eingang von der Straße, sowiegleichfalls nur ein einziger Ausgang nach dem Hof zweckmäßig. An sonstigen Räumenist in Bürgerschulen je ein Zimmer für die Hauptlehrer, für die Lehrer und Lehrerinnen,für die Schuldiener und für den letzteren eine Dienstwohnung mit besonderem Eingangerforderlich. Die Abtrennung der Wohnung des Schuldieners ist für den Fall von an-steckenden Krankheiten in dessen Familie nötig. Ein Zeichensaal kann bei beschränktenMitteln in einem ausgebauten Dachgeschoß angeordnet werden. Im Kellergeschoß kannman ein Brausebad anlegen. Für höhere Schulen kommt hinzu die geräumigere An-ordnung der Direktor-, Lehrer- und Konferenzzimmer, ferner Hörsäle für Physik undChemie in amphitheatralischer Anordnung der Sitze, mit Vorbereitungs- und Sammlungs-