Die Lebensmittelversorgung der Städte: Schlachthöfe. 541
431 m langes, 26 IN breites Gebäude mit erhöhtem Mittelbau, welcher im Erdgeschoßein Getreidemagazin, im ersten Obergeschoß den Hopfenmarkt, im zweiten den Weltmarktenthält. Die zweistöckigen Eckpavillons enthalten im Erdgeschoß die Schmalzwage unddie Fässeraiche, im Obergeschoß anderweit nutz-bar gemachte Räume. Dazwischen dehnen sichdie beiden durch den Mittelbau getrennten drei-schiffigen Verkaufshallen für Getreide, ausEisenkonstruktion gebildet und neuerdings mitGlaswänden geschlossen. In jeder Halle isteine Durchfahrt offen gelassen, in welcher dieKornwagen mit ihrer Plattform auf gleicherHöhe mit dem gepflasterten Fußboden stehen.
Schlachthöfe.
Baulichkeiten, in welchen die Schlacht-tiere getötet und bis zur Zerteilung aus-geschlachtet werden, waren bereits im republi-kanischen Rom vorhanden, wo die Gesell-schaften der Ochsenmetzger und der Schweine-wetzger eigne Schlachthäuser besaßen. ImMittelalter waren den Zünften der FleischerPlätze vor den Städten und möglichst amWasser zur Errichtung ihrer Schlachthäuser an-gewiesen. Sie bestanden gewöhnlich aus einergroßen Halle ohne Stallungen und Neben-gebäude; nur in England gruppierten sichniedrige Schlachträume, Ställe und Verkanfs-läden um große Höfe. Mit dem Verfall derstädtischen Selbständigkeit und dem Niedergangder Zünfte wurden auch die Schlachthäuservernachlässigt. Der moderne Aufschwung derSchlachthofanlagen mit Schlachtzwang ging vonFrankreich aus, wo Napoleon l. zunächst derStadt Paris 1807 und später allen größerenund mittleren Städten aufgab, Schlachthöfezn errichten, und die Metzger, ausschließlichdort abseits der menschlichen Wohnungen zuschlachten verpflichtet wurden. Deutschland solgte diesem Beispiel erst seit den sechzigerJahren dieses Jahrhunderts, als infolge derAufhebung der Abdeckereigerechtsame der Ver-kauf von abständig gewordenem Vieh überhandzu nehmen drohte. Zur Zeit sind in Deutsch-land über 250 Schlachthöfe vorhanden, undselbst ganz kleine Städte beginnen mit demBau dieser gesundheitlich so notwendigen An-lagen. Die Frage, von wem Schlachthöfe zuerbauen und zu verwalten sind, ob von Unter-nehmern, von den Schlachterinnnngen oder
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547. CroHinebschtachthalle zu Küsset. (Arch. Weiß.)
den Stadtverwaltungen dürfte sich zu Gunsten aesnndheitdienlichen Handhabung
der städtischen, nicht am Gewinn sondern nur an oer geinao^ z z a
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