542 Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
Hinterland zu wählen. Ein Eisenbahnstrang nach dem nächsten Güterbahnhvf ist erforderlich.Die Nähe fließenden Wassers, aber möglichst unterhalb der Stadt, ist auszunutzen, fallseine Kanalisation zur Ableitung der Abwässer nicht vorhanden ist. Kläranlagen zur Ab-scheidung der festen Stoffe aus den Abwässern sind nicht zu umgehen.
Die Räumlichkeiten, welche auf einem Schlachthof entweder als Gebäudeteile oderals besondere Häuser vorhanden zu sein Pflegen, sind die Schlachthäuser, die Kaldaunen-wäsche, die Düngerstätte, die Stallungen für gesundes, verdächtiges und krankes Vieh,ferner Räume für Dampfkessel, Maschinen und Kohlen, Kalt- und Warmwasserbehälter,Bedürfnisanstalten, Beamtenwohnhaus, Zimmer für Trichinenschau, ein Kühlhaus und,
bei größeren Anlagen, eineTalgschmelze, eine Albumin-fabrik und eine Gastwirtschaft.Bezüglich der Gesamtanord-nung der Räumlichkeiten istzu bemerken, daß unter rauhe-ren Himmelsstrichen und beikleineren Anlagen die naheZusammenlegung der einzel-nen Bauteile erwünscht ist.Größere Anlagen führen je-doch immer auf Errichtung ge-trennter Baulichkeiten für dieverschiedenen Zwecke.
Die zum Schlachten ge-langenden Tiergattuugeusind Großvieh (Ochsen undKühe), Kleinvieh (Kälber,Schafe, Ziegen), Schweine undPferde. In kleinen Städtenbis zu 15 000 Einwohnern ge-nügt es, für Großvieh, Klein-vieh und Schweine ein ein-ziges Schlachthaus, jedoch mitgetrenntem Brühraum fürSchweine, anzulegen. In Mit-telstädten können wenigstensKleinvieh und Schweine imgleichen Raum behandelt wer-den. In großen Städten wer-den für jede Tiergattung beson-dere Schlachthäuser angelegt.Pferde werden stets in einembesonderen Raum geschlachtet,enthäutet oder enthaart, vonden Eingeweiden entleert und zum Auskühlen aufgehängt werden, bestehen entweder auseinzelnen Kammern, welche sich zu beiden Seiten eines langgestreckten Hofes oder einerMittelhalle aufreihen und nur einem oder wenigen Metzgern dienen, oder aus einereinzigen geräumigen Halle zur gemeinsamen Benutzung. Das Kammernsystem ist inFrankreich, Belgien und Italien gebräuchlich, in Deutschland nur vereinzelt, z. B. inBerlin , zur Anwendung gekommen. Die Kammern, von 18—50 gm Grundfläche,werden meist nur zur Schlachtung von Großvieh benutzt, während das Kleinvieh in derzwischenliegenden Mittelhalle oder im Hof abgethan wird. Das Hallensystem, entwedermit eisernen Tragestützen oder in einer einzigen Spannung, ist in Deutschland das fastausschließlich übliche. Es gewährleistet die bequeme Überwachung der Schlachtungen,
518 u. S« 9 . Klcinvichschiachttzalle auf dem Schlachchofe ;ii Cyrninih.Grundriß und Querschnitt.
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Die Schlachthäuser, in welchen die Tiere getötet,