Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
Seite
543
JPEG-Download
 

Die Lebensmittelversorgung der Städte: Schlachthöfe. 543

sowohl die pflichtmäßige der Beamten, wie die freiwillige der Metzger untereinander, undfördert die Reinlichkeit und die Ausgiebigkeit der Lüftung. Vorrichtungen zum Schutzgegen §ritze und Kälte sollten allen Schlachthäusern gemeinsam sein. Dicke hohle Außen-wände^ eine gewölbte Decke oder ein Holzzementdach, Stellung der Gebäude in derRichtung von Nord nach Süd sind hierzu geeignet. Den Zugwmd verhindern Wind-fänge an den Thüren. Die Lüftung erfolgt durch Kippflügel m den zahlreichen undgroßen, 2 -n über dem Fußboden angebrachten Fenstern durch Zufuhrimgsöstnungendicht über dem Fußboden und durch über Dach geführte Abluftschlote m der gewölbtenDecke. Die inneren Wände werden bisauf 2 m Höhe mit waschbarem Zement-Putz oder mit Fliesen bekleidet. DerFußboden bestehe aus undurchlässigemMaterial, Zementbeton, Asphalt oderFliesen.

Die Schlachthallen weisen imGrundriß fast ohne Ausnahme einRechteck auf. In dreischiffigen, durchSäulen geteilten Hallen dienen dieSeitenschiffe als Schlachtranm, dasMittelschiff als Gang. In einheitlichenungeteilten Hallen wird in der Mittegeschlachtet und an beiden Langseitenein Gang frei gelassen. In den Schlacht-häusern für Großvieh bilden ein we-sentliches Moment für die Einteilungdie festen oder fahrbaren Windevorrich-lungen, an welchen die Rinder nachihrer Tötung mittels Haken, an deneneine Spreize hängt, welche in die ge-Gsten Fußsehnen der Hinterfüße ein-gesteckt ist, in die Höhe gezogen werden.

In dieser Stellung werden die Tiereeuthäutet, ausgeweidet und dann durch-gehanen. Mittels der fahrbaren Win-den werden sie alsdann in den Kühlraumgeschafft. Für das leichtere Kleinviehsind Anfzugsvorrichtungen nicht nötig,obgleich es immerhin erwünscht ist, ein-loche Laufwinden zum bequemen Hoch-gehen des Schlachtstückes anzubringen,i^ie Schlachthäuser für Schweine be-sehen aus zwei verschiedenartigen,

Möglichst durch eine Mauer getrenntensäumen: dem Brühraum, in welchem

bso. Schukeinefchtachtii-Mr -ruf drm Schtachthofr III Erfurt.(Arch. Spt-Ihagen.) Grundriß und Querschnitt.

"-»incii: vem -oruqrnuul, lil

°as Schwein abgestochen wird, ausblutet, dann mittels eines Kranes hochgewnndenund in den mit heißem Wasser gefüllten Brühbottich getaucht, dann wieder heraus-gewunden und enthaart wird; und dem Ausschlachteranm, wo das Schwein mittelsewes durch die Hinterbeine gesteckten Krummholzes an Hakenrahmen aufgehängt, auf-geschnitten, von den Eingeweiden befreit und ausgekühlt wird. Die heißen Dämpfe,welche sich beim Brühen entwickeln, erfordern diese Trennung. Schlachthäuser für Pferde

Uud denen für Großvieh ähnlich eingerichtet.

Die Kaldaunenwäscheu oder Kntteleien sind einfache Hallen, welche an denfänden mit Trögen und dazwischen angebrachten Tischen ausgestattet werden. Reich-«che Wasserzuführnng für die Tröge und Tische, welche am besten aus Gußeisen bestehen,