Sanitäre Wohlfahrtseinrichtungen der Städte: Bedürfnisanstalten. 551
gang pflegt man dnrch eine besondere vorgesetzte Wand zu verdecken. Die Schirmwändereichen oft nicht ganz bis anf den Boden und sind zuwetlen so modrig daß noch der Kopfdes Besuchers sichtbar bleibt. In Deutschland pflegt man aber d,e Wände b,s anf denBoden und nach oben über Kopfhöhe hinansznflihren das Ganze nnt emem Dach zuversehen nnd oft noch den Raum zwischen Wänden m'd Dach durch Güter zu schließen,so daß ein Einblick, auch von oben her, völlig ausgeschlossen, zugleich aber eme ergiebigeLüftung gewährleistet ist. Znr Konstruktion der Pisimrs verwendet man für die Um-
b 6 i Dreistündig, S62 siebenständig, «es sechsstündig.
Wandung glatte oder gewellte Eisenblechtafeln zwischen gußeisernen Pfosten, seltener Holz-tafeln oder massive Ausmauerung. Der Fußboden besteht aus Granitplatten oder Asphalt-belag oder Thonplättchen; die Urinierrinne am Boden, welche der Anbringung von Beckenvorzuziehen ist, ist aus festem Haustein oder Beton mit Asphaltüberzng; die blriuierwandund die Scheidewände sind aus Granit, Schiefer, Marmor oder Glas, die ScheidewändeZuweilen auch aus Holz. Äußerste Reinhaltung ist Hauptbedingung, daher für beständigeSpülung der vom Urin berührten Flächen und tägliche sorgfältige Säuberung AnstaltZu sorgen ist. Den Abfluß benutzt man zweckmäßig zugleich zur Kanclllüftung. . ZurDrockenhaltung der Standplätze dienen Rinnen im Fußboden oder durchbrochene gußeiserneStandplatten. Nächtliche innere und äußere Beleuchtung ist gleichfalls nicht zu umgehen.
iS4. Bedürfnisanstalt mit nvci Klosetts,einer Toilette nnd drei Pistoirstiinden.Bon Kullmann L Lina in Frankfurt a. M.
. 1.1.
s6ö. Bedürfnisanstalt mit zwei Klosettsnnd fünf Pistoirstünden.
Öffentliche Aborte für größere Bedürfnisse sind bisher nur in größeren kanalisiertenStädten znr Ausführung gekommen, meist als stadtseitig beaufsichtigte Privatnnternehmungen.fortwährende Reinhaltung durch eine in der Anstalt sich aufhaltende Wärterin, welcheZugleich den kleinen Geldbetrag für die Benutzung einkassiert, und Trennung der Ein-gänge für Männer und Frauen ist erforderlich. Ist mit dem Abort ein öffentliches Pissoirverbunden, so ist jene Trennung leicht durch Anordnung von je zwei Thüren an jedemKälninerchen, welche die Wärterin auf Anfordern oder Klingeln öffnet, zu ermöglichen.Der paffende Aufstellungsort für solche Bedürfnisanstalten, derart, daß sie leicht zu finden