Städtische Versorgmigsanstalten. Armen- und Krankenhäuser. 559
gemeinschaftlichen Speisesaal, darüber den Betsaal. In den vorspringenden Seitenflügelnliegen außer den Badezellen die Wohnungen der Anstaltsbeamten. Die Insassen derAnstalt bewohnen zu je 10—11 die in den langen Hanptflügeln aneinander gereihtenWohn- und Schlafzimmer, die so bemessen sind, daß sie auf den Kopf 20 abin Luftraumgewähren. Die Aborte liegen an den Giebelfronten. Die Küche und sonstigen Wirt-schaftsräume befinden sich in einem besonderen Gebäude.
Asyle für Obdachlose sind in Berlin, Breslau, Dresden, Hamburg, Leipzig, München ,Wien von wohlthätigen Vereinen errichtet worden. Berlin hat kürzlich eine umfangreichestädtische Anstalt zu solchem Zweck eröffnet, deren genauere Beschreibung hier zu weitführen würde.
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r?e. Das Hospitat zum Krisisen GriA in Kambnrz. Grundriß des ersten Stockwerkes.Nach „Hamburg u. s. Bauten".
Städtische Krankenhäuser.
Die Sorge für die Kranken ist eine Aufgabe, welche die Stadtverwaltungen inumfangreicherem Maße erst mit dem gewaltigen Anwachsen der Bevölkerung im laufendenJahrhundert auf sich nehmen mußten, während sie in früheren Jahrhunderten meist durchmilde Stiftungen in ausreichender Weise erledigt wurde. Auch in der Neuzeit ist eineerhebliche Zahl großartiger, dem Staate unterstellter Krankenhäuser mit den Hochschulenverbunden, wo sie zugleich Studienzwecken dienen. Immerhin bleibt in solchen Städten,welche keine Universität besitzen, der Stadtgemeinde noch genug zu leisten übrig.
Während im Mittelalter das Krankenhaus einen einzigen großen Saal darstellte, inwelchen einzelne oben offene Zellen mit je einem Bett eingebaut waren, unterscheidet manin der Neuzeit bezüglich der baulichen Form das Korridorsystem und das Pavillon-system. Die nach dem ersteren eingerichteten Gebäude sind zwei- oder dreistöckig und