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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
wandten, sondern in dem intensiven Feuer einer geschlossenen Brandkammer, wo die Ver-nichtung in kürzester Zeit vor sich geht. Namentlich die italienischen Friedhöfe besitzenmehrfach Crematorien oder Leichenverbrennungsöfen. Deutschland besitzt gegenwärtigsolche Ofen in Gotha, Heidelberg, Offenbach a. M., Ohlsdorf bei Hamburg , und inmehreren größeren Städten beabsichtigt man noch andre zu errichten. Einer allgemeinenVerbreitung des Verfahrens steht hindernd im Wege die Kostspieligkeit einerseits und derWiderstand der Geistlichkeit anderseits.
Hier sei mit Beziehung auf die Abbildung eine kurze Beschreibung des 1878 nach demSysteme von Fr. Siemens in Dresden erbauten, noch immer als Muster geltenden Ver-brennungsapparates in Gotha angefügt. Er ist so eingerichtet, daß die Flammen nichtunmittelbar auf den Leichnam einwirken, sondern dieser in der hohen Temperatur selbst zumBrennen kommt. Das Ganze besteht aus einem außerhalb des Crematoriums befindlichenGaserzeuger (Generator) und aus dem Berbrennungsraum nebst Schornstein, wozu noch Leichen-haus, Secierraum, Leichenhalle und Kapelle kommen. Was wir in der Abb. 594 sehen, liegt»nter dem Fußboden der Halle: der Sarg ist nach der Beendigung der religiösen Zeremoniedurch die als solche bezeichnete Versenkung in die Vorkammer hinabgelassen, zu der bloß die
Angestellten auf der angezeichneten Stiege Zugang haben, und die durch eine eiserne Thür mitdein eigentlichen Berbrennungsraume in Verbindung steht. Die Vorbereitung für die Ver-brennung erfolgt in der Weise, daß mehrere Stunden lang Gasflammen durch die Lücken einesBacksteinbaues schlagen, der sich vor der eigentlichen Verbrennungskammer befindet. DieserBacksteinban dient zur Aufspeicherung der Hitze. Im Vorraum, der ebenfalls bis zur schwachenRotglut erwärmt wird, ist die Leiche bereits nach einer Viertelstunde ausgetrocknet. Nun stelltman den Gashahn ab und läßt nur noch Luft in den Apparal ein: beim Durchstreichen durchdas zur Weißglut erhitzte Ziegelmaterial nimmt sie die darin angehäufte Wärme an sich. Dieseerhitzte Luft ist es, die den nun vom Vorraum her durch eine mechanische Vorrichtung in dieVerbrennungskammer eingeführten Leichnam zum Brennen bringt. Er umgibt sich mit Flammenund ist — den Sarg nicht mitgerechnet — nach einer bis anderthalb Stunden und zwar ohneRauch und ohne irgendwelchen Geruch zu verursachen, verschwunden, während die weißen bröckligen Knochenreste durch den Rost fallen und gesammelt werden können.
Das Einbalsamieren der Leichen, bei den alten Ägyptern in verschiedenen Stufender Vollkommenheit üblich, findet jetzt nur noch bei fürstlichen Personen statt, wo dannder Sarg in dem Untergeschoß eines Kirchen- oder Kapellenbaues eingeschlossen, oderauch in einem eignen Banwerk frei sichtbar aufgestellt wird. So sind die Fürsten Braun-schweigs in einer Krypta des dortigen Domes in freistehenden Metallsärgen aufgebahrt.Die Könige Dänemarks ruhen teils in unterirdischen Hallen, teils von freistehenden monu-mentalen Sarkophagen umschlossen in oberirdischen Kapellen des Domes zu Roeskilde .