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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Enwichiungen der modernen Städte.

lässigen Bodens mit Baumgruppen, Hainen und Teichen besetzt. In dieser Art sindneuerdings die amerikanischen Friedhöfe angelegt worden. Einen Versuch in kleineremUmfang hat man im neuen Braunschweiger Friedhof gemacht. Eine größere derartigePlanung ist der Hamburger Zentralfriedhof in Ohlsdorf .

Hier zeigt die Anordnung des Grundrisses am Haupteingang eine große gerade, 36 inbreite Hauptstraße, von West nach Ost gerichtet, in deren Mitte eine 10 in breite Chaussee.Davor am Eingangsplatz steht das Verwaltungsgebäude. Nördlich von diesem Haupteingangist ein Nebeneingang mit einer von Norden nach Süden gerichteten, 20 m breiten Verbindungs-straßc. An diese beiden Straßen schließen sich geschwungene, 15 in breite, auf 7 na Breite«haussierte Fahrwege, das übrige Terrain ist mit meist rechtwinkelig zu einander geführten Fuß-pfaden und Promenaden, an denen die Gräber aufgeteilt sind, durchzogen. Am Nordrande desFriedhofes und südlich der großen Hauptstraße sind Teichanlagen mit reicher Umpflanzung aus-geführt. Das teils aus Quellen, teils durch Drainage zngeführte Wasser wird im Sommerdurch einen Windmotor in ein Reservoir gepumpt und dient dann zur Speisung einer über denF-riedhof verzweigten, wesentlich für blumengärtnerische Zwecke nötigen Wasserleitung. Der süd-liche Teich liegt tiefer als der nördliche und wird aus dem von den Wegen abgeführten Regen-wasser und aus einer ausgedehnten Drainage gefüllt. Eine mit Pferdebahn versehene Fahr-straße sorgt für die Verbindung mit der Stadt.

Städtisches Jeuerlöschiveson.

Der größte Feind menschlicher Niederlassungen war bis in die neueste Zeit hineindas Feuer, dessen Verheerungen durch das ganze Altertum und Mittelalter bis in dievierziger Jahre dieses Jahrhunderts die Menschheit in Schrecken versetzten. Obgleichschon im Altertum die Feuerspritze zum erstenmal erfunden war, obgleich neben ihr alsFeuerlöschmittel Eimer, Leitern, Stangen, Körbe, Schwämme, Besen und mit Wassergetränkte Lappendecken benutzt Ivurden, und trotz der kolossalen Wasserleitungen, die manfreilich nicht zweckmäßig zu gebrauchen wußte, da man die Verwendung der Schläuche nichtkannte, zieht sich durch die Stadtgeschichte Roms eine Reihe ungeheurer Feuersbrünste,welchen die zugleich mit dem Löschdienst beauftragten Sicherheitspolizei nicht wirksam zusteuern vermochte. In den Provinzialstädten, welche gleich der Hauptstadt größtenteilshölzerne Häuser in engen Gassen besaßen, ging es nicht besser zu. Und wenn schon inden geordneten Zuständen des römischen Reiches Brandstiftungen häufig waren, so wurdenin den kriegerischen Zeiten der Völkerwanderung eine Menge der römischen Städte, jaRom selbst, durch Brand gründlich zerstört, und den allmählich seßhaft werdenden Nach-kommen der germanischen Eroberer erging es mit ihren Niederlassungen durch die Raub-züge von Normannen, Ungarn , Slawen und Sarazenen nicht besser. Auch nachdem diesemordbrennenden Horden zur Ruhe gebracht waren, blieb bei verhältnismäßiger Sicherheitgegen äußere Feinde die Feuergefährlichkeit der hölzernen mittelalterlichen Häuser bestehen,zumal in den Stürmen der Zeit der Gebrauch der Feuerspritze wieder verloren gegangenwar. Ängstlich löschte oder deckte man abends zur bestimmten Stunde Licht und Feuer.Aber es genügte, daß sich ein Funke verirrte: wenn einige heiße Sommertage die engzusammenhängenden Schindel- und Strohdächer ausgedörrt hatten und ein nur mäßigerWind hinzukam, so flog der rote Hahn von Haus zu Haus, von Straße zu Straße, undin unglaublich kurzer Zeit stand ein Stadtteil oder auch die ganze Stadt in hellen Flammen.

Erst im 14. Jahrhundert besserten sich die Zustände, als die Verwendung vonSteinmaterial zu Privathäusern allgemeiner üblich wurde. Auch die Vorschriften überschnelles Bekanntmachen der Gefahr, über den Schutz gegen feindliche Nachbarn undRaubgesindel, welche die Verwirrung der Fenersbrunst in ihrem Interesse zu benutzenPflegten, über das Aufgebot der Bauhandwerker, die Herbeischaffung der Wasserfäffer unddie Verteilung und Bedienung der Ledereimer wurden ständig eingeschärft. Immerhinzeigt sich auch da noch ein ziemlich erfolgloses Ringen nach brauchbaren Löscheinrichtungen,ein Kampf mit unzureichenden Waffen gegen einen übermächtigen, stündlich drohendenFeind. Die wirksamen Verbesserungen im Feuerlöschwesen beginnen erst mit der Neu-erfindung der Feuerspritze und halten gleichen Schritt mit deren allmählicher Vervoll-kommnung. Einfache Handspritzen hatte man seit dem 14. Jahrhundert. 1518 wird ineiner Baurechnung der Stadt Augsburg eine auf Rädern stehende Feuerspritze erwähnt.