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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.

Während in kleinen Orten der Ausbruch eines Feuers bald bekannt wird durchFeuerruf, Hornsignale des Türmers, Läuten der Feuerglocke, Abfeuern von Geschützen,muß in Großstädten für eine geregelte Feuermeldnng gesorgt werden. Da tritt derTelegraph und das Telephon ein in über die Stadt verteilten Meldestellen, meist auf denPolizeiwachen, welche mit den Wachen der Bernfsfeuerwehr telephonisch oder telegraphischverbunden sind, und in automatischen Meldern, Druckknöpfen, mittels welcher man nachZerschlagen einer daran angebrachten Glasscheibe einen Alarmapparat in Bewegungsetzen kann. Bezüglich des schnellen Abrückens ist die Berufsmannschaft der Pflicht-feuerwehr bedeutend voraus. In großen Städten hat erstere es dahin gebracht, inl—l'/x Minute vom Alarm an voll bereit zu sein, in kürzester Frist den Weg von dernächsten Wache bis zur Brandstätte zurückzulegen und bei blindem Lärm in höchstenseiner Viertelstunde wieder im Quartier zu sein. Bei der bürgerlichen Feuerwehr scheutinan sich oft, die Einwohnerschaft wegen eines geringfügigen Feuers zu beunruhigen, aucherfordert das Herbeiholen der Gerätschaften Zeit, und so gehen oft kostbare Minuten verloren.

Was die naturgemäß bessere Einübung der Berufsfeuerwehr betrifft, so muß diebürgerliche Wehr sie durch ihre größere Mannschaftszahl wett zu machen suchen. Ein-heitliches Kommando ist bei beiden Systemen selbstverständlich. Zu voller Durch-bildung einer Feuerwehr ist militärische Form und Ordnung unentbehrlich; Anordnungenmüssen als strammes militärisches Kommando gegeben werden, und die Ausführung mußmit militärischer Präzision erfolgen.

Hinreichender Wasservorrat ist überall nötig. Die Berufsfeuerwehr bringt in derRegel eine durch zwei Pferde gezogene Wassertonne mit auf den Platz. Diese Tonne istauch in Städten üblich, welche Wasserleitungen mit Hydranten haben, durch die das Wasservermittelst einer Schlauchlage der Spritze zugeführt werden kann; denn die Erfahrunglehrt, daß die Benutzung der Hydranten stets eine gewisse Zeit erfordert, die man ungernverliert, während das Einhängen des Saugschlauches der Spritze in die Tonne im Nugeschehen ist. Die bürgerliche Feuerwehr hat als Surrogat für die fahrbare Wassertonneden Buttenträger, der erfahrungsgemäß zur Lieferung des zunächst erforderlichen Wassers sehrgut wirkt. Das Darreichen von Eimern kann nur noch auf ganz kurze Strecken in Be-tracht kommen. Der Hanfeimer hat alle andern schwerfälligen Arten von Eimern verdrängt.

Die Ausrüstung der Feuerwehr besteht aus dem wollenen Uniformrock, dessen mili-tärischer Schnitt die turnermäßige Drillichjacke der ersten Zeit fast völlig verdrängt hat;dem Helm aus Metall oder Leder, oder der Mütze; dem Nackenlcder, das an Helm oderMütze oder an einer besonderen Lederkappe befestigt getragen wird. Zur Ausrüstung derChargierten dienen die Signalinstrumente, das Horn, die Huppe, die Schrillpfeife. DerMannschaft kommen zu: Gurte mit Gnrthaken, Seil mit Sicherheitshaken,Beil mit Beiltasche.

Die Gurte hat die mannigfachsten Zwecke. Ein Teil der Requisiten wird daran hängendgetragen. Mit Gurte und Gurthaken befestigt sich der Feuerwehrmann an der Leiter, umsicherer zu stehen und dabei beide Hände frei zu behalten. Vermittelst Gnrtring und Seil kanner sich aus beliebiger Höhe bis zur Länge des Seiles herablassen. Mit Gurtring und Schlingebefestigt er sich an der Dachleiter, um ohne Gefahr, auf dieser stehend, zu spritzen. An gefähr-lichen Stellen wird der Steiger mit Benützung des Gurtringes und der Schlinge durch dieKameraden gehalten. Das Seil kommt vorzugsweise in Anwendung zum Aufziehen und Herab-lassen der Spritzenschlüuche und verschiedener Steig- und Rettungsgerätschaften, ferner beimEinreisten und Abräumen des Brandplatzes, und bildet einen wesentlichen Teil der Mittel zurMenschenrettung. Die Schlinge ist ein etwa l,sm langes Seil, das an einem Ende einenSicherheitshaken, am andern Ende eine Schleife hat. Die häufigste Verwendung besteht darin,daß man den Schlauch an der Leiter oder sonstwo befestigt, damit der Rohrführer nicht dasganze Gewicht des in der Höhe verwendeten Schlauches zu tragen hat. Das Beil findet seinehäufigste Verwendung zum gewaltsamen Öffnen verschlossener Thüren, zum Ausreisten desBretterbodens bei Wechselbränden, zur Beseitigung von Bretter- und Latteuverschlägen, zumDurchschlagen dünner Wände, um durch die hergestellte Öffnung besser auf den Feuerherd spritzenzu können.

Die Gerätschaften der Feuerwehr unterscheiden sich in Steig-, Einreiß-, Rettungs-und Löschgeräte, Rauchapparate und Beleuchtungsmittel. Bei der großen Mannigfaltigkeitder Erfindungen auf diesem Gebiet und deren stetiger Verbesserung können wir nur diewichtigsten erwähnen.