Städtisches Feuerlöschwesen. 573
ohne schützende Vorncvtung nicht möglich wäre, in denselben zn verweilen. Die Apparate, welcheman zu diesem Zwecke ersonnen hat, sind überaus mannigfaltig. Die 1862 von HeinrichKühfuß in Karlsruhe erdachte Ranchhaube ist eine Kapuze mit Augengläsern. Vor dem Mundeist eine mit Knöpfen zu verschließende Öffnung, durch welche ein feuchter Schwamm einge-fchoben wird, angebracht. Der Stutesche Rauchhelm und die Stolzesche Rauchmaske bedeckenden Kopf, lassen aber Augen und Nase frei. Vom Nacken her wird durch einen Schlauch mittelsBlasebalgs frische Luft zugeführt, welche durch feine Röhrchen vor dem Gesicht austritt undRaum zum Atmen gibt, indem sie Gase und Rauch wegbläst.
Bcleuchtnngsmittel sind auf einem Brandplatze sehr nötig. Früher war man auf dieLaterne, die Pechsackel und Pechpfanne beschränkt, jetzt ist durch die Fackellampe ein neues Be-leuchtungsniittel hinzugekommen, das mehr und mehr Anwendung findet. Man hat es jetztfertiggebracht, Fackellampen herzustellen, welche einem mäßigen Regen wenigstens so gut wider-stehen als die gewöhnliche Pechfackel, im Winde nicht erlöschen und auch beim Brennen vonErdöl nicht stark rauchen. Durch einen großen Brenner kann eine Leuchtkraft erzielt werden,welche die einer Pechfackel weit übertrifft. Bei Rettungsmanövern, wo es sich darum handelt,größere Gebäudeteile zu beleuchten, verwendet man mit Erfolg Magnesiumsackeln. Im Innernder Gebäude kommt die Wachssackel zum Gebrauch. Bei Bränden von Petroleum oder sonstigenStoffen, welche in hohem Maße Gas entwickeln, bedient man sich besonderer Sicherheitslampen.
Als Beispiel des Mannschaftsbestandes derBerufsfeuerwehr einer mäßig großen,aber mit zahlreichen Speichern und Warenlagern versehenen Stadt sei hier der Feuer-wehr Bremens gedacht. 111 Personen bilden deren Bestand, nämlich 1 Brand-direktor, 1 Brandinspektor, 1 Brandmeister, 1 Feldwebel, 1 Obermaschinist, 11 Ober-seuerleute, 3 Vizeoberfeuerleute, 87 Feuerleute, Fahrer und Telegraphisten. Pferde sind23 vorhanden. Ständig besetzt sind 4 Feuerwachen und zwar Wache I mit 28, Wache IImit 14, Wache III und IV mit je 5 Fenerleuten, den entsprechenden Chargierten, Tele-graphisten, Fahrern und Pferden. Außerdem liegt im Freihafen eilt DampfspritzenschiffMit einer Besatzung von einem Oberfeuermann und einem Feuermann. Für den erstenAbmarsch stehen auf den 4 Wachen bei Alarm bereit: 2 Dampfspritzen, 2 Kohlensäure-druckspritzen, 1 Handspritze, 1 Mannschaftswagen, 1 mechanische Leiter, 4 Hydranten-wagen, alle mit angehängten zweirädrigen Schlauchwagen versehen. Für den zweitenAbmarsch sind vorhanden: 2 Dampfspritzen, 3 Handspritzen, 4 Wasserwagen, 1 Geräte-wagen, 1 Dampfspritzenschiff, alle voll ausgerüstet und, mit Ausnahme des Gerätewagens,mit angehängtem Schlauchwagen versehen. Die Fahrzeuge des zweiten Abmarsches werdenvon der Brandstelle aus nach besonderer Anweisung von den verfügbaren Gespannengeholt. Das Schiff wird durch die Wache klargemacht und fährt, sobald Dampf auf ist,15 Minuten nach dem Anheizen, während dessen die weitere Bedienungsmannschaft anBord gekommen ist, ab. Die Fahrzeuge des ersten Abmarsches führen an Schläuchen mit: