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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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578 Beleuchtung.

bandförmige Flachdocht in Vorschlag gebracht, auf dessen Anwendung ein Jahr daraufauch der schwedische Botaniker Clas Alströmer kam. Unsre Abb. 606 zeigt eine demPrinzip des Cardanus angenähert entsprechende, mit Flachdocht versehene sogenannte„Kastenlampe", wie solche vor 50 Jahren noch als Tischlampe sehr gebräuchlich war.Die Bewegung des Dochtes zum Nachschieben und richtigen Einstellen desselben wirdmittels eines Zahnrädchens s bewirkt. Über der Flamme ist ein Glascylinder angebracht,welcher den früher benutzten Blecheylinder ersetzt; außerdem wird das Licht durch eineGlasglocke gemildert, an deren Stelle man sich jedoch auch vielfach eines über ein Draht-gestell gespannten Papierschirmes bediente. Der Ölkasten ^ steht mit der den Dochtführenden Dille ä durch das schräge Rohr 1 in Verbindung und ist in einer solchen Höheangebracht, daß bei voller Füllung das Öl gerade bis zum oberen Rande des Dochthaltersoder Brenners getrieben wird. Mit dieser Anordnung ist der Übelstand verknüpft, daß dieÖlzuführnng nach dem Dochte dem infolge des Verbrennens eintretenden allmählichen

Sinken des Ölstandes im Kasten entsprechend abnimmt unddadurch natürlich auch die Flamme weniger hell brennt.

Im selben Jahre 1783, in dem der Flachdocht aufkam,oder nach andern Angaben 1789 wurde durch eine Er-findung des Franzosen Arg and auch eine gründliche Ver-besserung der Lampen herbeigeführt. Der von ihm kon-struierte Brenner (Argandbrenner) beruht auf derBenutzung des röhrenförmigen Hohldochtes mit einemdie Flamme vollständig umschließenden und vor seitlichemLuftzug schützenden, eigentümlich geformten Glascylinder,der aber seine zweckmäßigste Form erst später erhielt. Durchdie in der vervollkommneten Argandlampe verwirklichteEinrichtung erhält die cylindrisch brennende dünnwandigeFlamme von innen und außen Luft zugeführt, welche fürden inneren Luftzug am unteren Ende des Dochtrohresund für den seitlichen Luftzug dicht unterhalb des Glas-cylinders vertikal emporsteigend zur Flamme gelangt undin dieser einen der Lichtentwickelung sehr förderlichen Ver-brennungsprozeß herbeiführt. Andre wichtige Fortschrittebestehen in der verbesserten Ölzuführung nach dem Dochte,wobei der Grundsatz maßgebend war, daß ein gutes, gleich-mäßiges Licht nur durch eine gleichmäßige Versorgung derFlamme mit Brennstoff zu erreichen ist, welchen Grundsatzschon Cardanus 1550 bei seiner oben erwähnten Lampen-einrichtuug ins Auge gefaßt hatte, und welcher in derKastenlampe nur in unvollkommener Weise verkörpertworden war. In möglichst vollkommener Weise fand dieser Grundsatz Anwendung in derallerdings erst später erfundenen und der neueren Lampenfabrikation entstammendenFlaschenlampe, welche in Abb. 607 als Schiebelampe und mit dem Argandbrennerausgerüstet dargestellt ist.

Hierbei kommt die folgende Beobachtung zur Geltung. Wenn man eine enghalsige, mitFlüssigkeit gefüllte Flasche so umstürzt, daß die Mündung nach unten kommt und die Fliissigkeits-säule vertikal darübersteht, während sich unterhalb ein die ausfließende Flüssigkeit aufnehmendesGefäß befindet, in welches die Flaschenmündung eintaucht, so läuft nur so lange Flüssigkeit ausder Flasche, bis sich das Gewicht der oberhalb durch einen luftverdünnten Raum begrenztenFlüssigkeitssäule in der Flasche mit dem äußeren Luftdrucke ausgeglichen hat, welcher auf dieOberfläche der die Flaschenmündung verschließenden Flüssigkeit einwirkt. Es ist dies das Prinzipder kommunizierenden Röhren, auf welchem auch die Einrichtung und Wirksamkeit des Baro-meters beruht. Bei der in Abb. 607 abgebildeten Flaschen-Schiebelampe besteht der seit-liche Ölbehälter aus dem chlindrischen messingenen Gefäß s, in welches die aus Weißblech her-gestellte, ebenfalls chimärische, den Ölvorrat enthaltende Flasche 1 eingeschoben ist. Der Halsdieser Flasche ist mit einem nach innen sich öffnenden Ventil ü versehen, welches verhindert,daß nach dem Füllen beim Umstürzen der herausgenommenen Flasche zu zeitig Öl ausfließt.

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