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Die Carcellampe und ihre Nachfolgerinnen.
ihrerseits mittels eines Zahnrädchens bewegbar ist. Mit dem Kolben zugleich bewegt sichdas Ölrohr s nach oben oder unten, wobei dasselbe in das Öl eingetaucht ist. Wird nun beiungenannter Feder das Öl durch den trichterförmigen Ansatz eingegossen, so gelangt es in den Raumüber dem Kolben, und dieser kann alsdann durch Drehung des Kopfes ci in die Höhe gezogenwerden, wobei das Öl zwischen den ausweichenden Rändern des Kolbens durchstießt und sichunter demselben ansammelt. Wird alsdann die mittels Drehung des Kopfes ä angespannteFeder sich wieder selbst überlassen, so preßt sie den Kolben niederwärts, und dadurch wirddas Öl im Steigrohr emporgetrieben, so daß es zum oberen Dochtende nach der Flamme ge-langt. Die Regelung des Ölauftriebes wird durch den bereits erwähnten Moderateur bewirkt,nach welchem die Lampe benannt ist. Durch diese Einrichtung wird erreicht, daß der Ölauftriebbei vollständig gespannter Feder und folglich bei ganz emporgehobenem Kolben nicht schnellervor sich geht, als wenn die Feder den Kolben bis nahe in seine unterste Stellung geschoben hat.Dieser sinnreich angeordnete Moderateur oder Regler ist in Abb. 610 besonders dargestellt.Derselbe besteht aus einem Röhrchen, welches die Abbildung in seiner tiefsten Stellung zeigt;ferner ist in dem oberen weiten Ende des Röhrchens eine locker eingepaßte Spindel angebracht.Bei emporgehobenem Kolben ist das Röhrchen über diese Spindel geschoben, so daß diese dasRöhrchen bis auf einen engen Zwischenraum ausfüllt unddaher das Öl nur langsam durch diesen Zwischenraumemporsteigen kaun. Je weiter aber die Feder den Kolbennach unten getrieben und somit entsprechend an Spann-und Druckkraft verloren hat, um so mehr ist auch dieSpindel aus dem Röhrchen wieder herausgetreten und einum so freierer Durchfluß ist dem Öl gestattet, so daß alsomit abnehmender Federspannung auch der zum Empor-treiben des Öles erforderliche Druck entsprechend vermindertist. Ähnlich wie bei der ursprünglichen Einrichtung derCarcellampe ist der Druck zum Emportreiben des Ölesvorsichtshalber so geregelt, daß mehr Ll nach dem Brenner-rande gelangt, als die Flamme verzehren kann, so daßdiese nie durch Ölmangel in der Leuchtkraft abgeschwächtwird. Das überschüssige Öl fließt über den Brennerrandan der Außenfläche des Steigrohres herab und sammeltsich oberhalb des Kolbens, so daß es bei dessen Aufziehenzwischen Steigrohrwand und nachgebender Kvlbendichtungwieder nach unten zu neuem Gebrauche gelangt.
Diese Moderateurlampe, die bei verhältnismäßiggroßer Einfachheit und entsprechend niedrigem Preisealle Vorzüge der Carcelschen Uhrlampe in sich vereinigt,kam rasch in Aufnahme und fand große Verbreitung.
So lange man nur fette Öle als Brennstoff für Lampenverwendete, hatte sie als die beste Lampe zu gelten.
Unter den zahlreichen, meist wenig bedeutenden Ver-besserungen der Moderateurlampe ist die von Neuburgerin Paris (1854) hervorzuheben.
Bei der oben erwähnten zweiten Klasse der mit einem unterhalb der Flamme befind-lichen Ölbehälter eingerichteten Lampen, die als hydrostatische von den statischen Lampenunterschieden wurden, wollte man in der Regel den Ölauftrieb mittels Anwendung desPrinzips der kommunizierenden Röhren durch den Druck einer Flüssigkeit von größeremspezifischen Gewicht als das Öl herbeiführen. Zu dem Zweck versuchte man die Anwendungvon Quecksilber, Salzwasser u. s. w., ohne das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Nur derFranzose Girard errang mit einer 1803 erfundenen Lampe dieser Klasse einigen Erfolg,indem er den glücklichen Einfall hatte, das Öl selbst als Druckmittel zu benutzen. Beidieser Einrichtung war ungefähr in der Mitte zwischen Lampenfuß und Brenner der Öl-behälter angebracht, wobei dessen Inhalt durch ein vertikales Rohr langsam in den hohlenFuß hinabfloß und von dort die Luft nach einem weiter oben befindlichen Raume trieb,in welchem sich der zum Verbrauch bestimmte Ölvorrat befand und aus welchem die gepreßteLuft das Öl nach dem Brenner trieb. Hierdurch tritt aber diese Lampe schon in die dritteKlasse ein, welche die aerostatischen Lampen enthält, bei denen man den Ölauftriebdurch Druckluft zu bewirken suchte, wozu aber wiederum eine kleine Pumpvorrichtungnötig wurde. Von diesen vielfach versuchten Einrichtungen gelangte außer der zu ihrer
6io. Mo-cratrurk«mpr (ar Moderateur).
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