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Die Entwickelung der Zuggläser. — Die Mineralöllmnpen.
der Lampe und der Natur des Brennstoffes abhängig. Im Jahre 1840 wurde mitBezug auf die Erhöhung der Leuchtkraft von Ruht und Benklcr in Wiesbaden eineLampe konstruiert, welche eine wesentliche Neuerung zeigte, indem der über die Flammegestülpte Zugcylinder mehr oberhalb des brennenden Dochtendes mit einer Einschnürungversehen war, die für den oberen Teil der Flamme den Durchzugskanal etwa bis auf dieHälfte der übrigen Cylinderweite beschränkte, wie Abb. 615 zeigt. Hiermit wurde einebedeutende Temperaturerhöhung im Brennraume erzielt und dadurch die Leuchtkraft derFlamme entsprechend verstärkt. Nach dieser Zeit kam aber in England die sogenannteLiverpool -Lampe auf den Markt, bei welcher nicht, wie bei der vorher beschriebenenEinrichtung eine Zusammenziehung, sondern eine Verbreiterung der Flamme zum Zweckder Lichtverstärkung in Anwendung gebracht war, eine Einrichtung, welche auch bei ganzmodernen Lampen benutzt wird. Bei dieser Liverpool -Lampe befand sich, wie Abb. 616zeigt, auf einem in der Mitte des Hohldochtes sich erhebenden Stäbchen im oberen Teileder Flamme ein horizontales kreisrundes Metallscheibchen (die Brennscheibe), an dessenunterer Fläche der innerhalb der Flamme des Rundbrenners senkrecht aufsteigende Luft-strom gebrochen und in horizontaler Richtung quer durch den Flammenmantcl abgelenktwird. Hierdurch wird die Flamme angenähert kugelförmig ausgebaucht, weshalb auch derCylinder entsprechend erweitert sein muß. Die Flamme der Liverpool-Lampe war infolgedieser Einrichtung zwar sehr weiß und hell, aber nnstät undschwer regulierbar, so daß die Ruhl-Benklersche Lampe denVorzug behielt.
Die große Mannigfaltigkeit der im Laufe dieses Jahr-hunderts erfundenen Lampeneinrichtnngen erweckte gar baldden Wunsch, über den relativen Wert derselben Klarheit zuerlangen, wozu nur sorgfältige Versuche über Lichtstärke undÖlverbrauch führen konnten. Schon 1827 wurden derartigeUntersuchungen von dem berühmten Thermotechniker Pcclet inParis angestellt. Derartige Arbeiten wurden öfter von andernwiederholt und in besonders großem Umfange von den deut-schen Technologen Karmarsch und Heeren 1838 und späterausgeführt.
Nachdem in dieser Weise die Konstruktion der Öllampen einen langen und buntenEntwickelungsgang durchgemacht und in Franchots Moderatenrlampe den Gipfel technischerund wirtschaftlicher Vervollkommnung erreicht hatte, trat eine Umwälzung durch den Ge-brauch der mineralischen flüchtigen Öle als Lampenbrennstoff ein, und eine neue Kategorievon Lampen kam zur Geltung, welche — als der Neuzeit angehörend — in dem folgendenAbschnitte für sich zu besprechen sind.
Angefügt mag hier nur noch sein, daß die Idee, Lampen ohne Docht herzustellen, schonzur Zeit, da man nur Rüböl als Leuchtstoff benutzte, bei dem in Abb. 617 abgebildetenBlackadderschen Nachtlicht im kleinen zum Ausdruck gebracht wurde. Hierbei schwimmtein Schäfchen aus Blech oder Glas, in dessen Boden ein Kapillarröhrchen befestigt ist,auf der Öloberfläche. Durch ein brennendes Hölzchen wird das Röhrchen oberhalb er-wärmt, um so die erste Dampfbildung aus dem Öl hervorzubringen; dieser Öldampfentzündet sich alsbald zu einem Flämmchen, welches sich nun selbst durch weitere Dampf-bildung nährt.
M7. Klarkadderschts llilchtNcht.
Die Wineralöllampon.
Die Verwendung der Mineralöle als Lampenbrennstoff wurde durch die schon 1833auftauchenden Bestrebungen, flüchtige Öle des Pflanzenreiches zu dem Zwecke zur An-wendung zu bringen, vorbereitet. Derartige Öle sind zum Teil durch ihre chemischeZusammensetzung zu einer starken Lichtentwickelung besser geeignet, als die fetten Öle; ins-besondere können jene wegen ihrer Dünnflüssigkeit weit leichter und daher auch höhervom Dochte aufgesaugt werden als letztere, weshalb dieselben künstliche Vorrichtungen zur