Die Mineralöllampen.
585
Für diese verschiedenen Leuchtstoffe wurden auch sehr bald geeignete Lampen konstruiert.In Abb. 618 ist eine Hydrokarbürlampe in ganzer Ansicht und in ein Viertel wirklicherGröße, doch ohne Fuß, dargestellt. Abb. 619 zeigt den senkrechten Durchschnitt und Abb. 620die obere Ansicht des Brenners. ist der gläserne Flüssigkeitsbehälter, welcher mit feinem an-gekitteten blecherneu Zapfen r auf den säulenförmigen Fuß zu stecken und in seiner kurzen Hals-öffnung bei a mit einer messingenen Fassung versehen ist. Letztere nimmt die Tille b des Brenner-gehäuses p auf, durch dessen Oberboden u und Unterboden v das flache Dochtrohr e ä deS Brennersfest eingelötet hindurchgeht. Mit g ist ein Stück des Dochtes bezeichnet, zu dessen Heben undSenken die mittels des Knopfes k drehbaren beiden Zahnrädchen s dienen, welche direkt in denFlachdocht eingreifen. Der obere Boden u des Brennergehäuses bildet mit seinem breitenvorspringenden Rande ein Tellerchen u zum Aufsetzen einer messingenen Kapsel, welche inihrer Mitte eine flache, auf das Dochtrohr sä aufzuschiebende Dille s und außerdem innerhalbder ringförmigen Wandung Ir eine Art Kuppel 1^1 und außerhalb einen Schirm in enthält.Die Wölbung ^ ist mit einer Öffnung ü (Abb. 468) versehen, die etwas länger und breiter alsdie Mündung ä des Dochtrohres ist. In den Raum i zwischen 1 und üwird das Zugglas <der Cylinder) gestellt, der für den Flachbrennerausgebaucht sein muß, wie Abb. 618 zeigt. Die Ningmand Ir ist inihrem unteren Teile bei o rundum mit Löchern versehen, durch welchenach der Richtung der in Abb. 619 angegebenen Pfeile die Zuglufteintritt, um sich innerhalb der Kapsel ^ dicht an die Flamme zu drängenund mit dieser durch die verhältnismäßig enge Öffnung ü in das Zug-glas einzutreten. Es findet sonach eine sehr innige Berührung undselbst Vermischung der Luft mit der Flamme des Hydrokarbürs statt,wodurch eine rauchlosehelle Verbrennung er-zielt wird.
In Abb 621 u. 622ist eine Lampe mitRundbrenner für dieVerwendung von leich-tem Mineralöl, ins-besondere auch für Kam-phin dargestellt. Abb.
622 zeigt den Oberteilder Lampe in ein Viertelwirklicher Größe, wäh-rend Abb. 621 den Durch-schnitt des Brenners inder halben wirk-lichen Größe dar-stellt. DerFlüssig-keitsbehälter unddas Zugglas glei-chen in der Formden entsprechendenTeilen der vorherbeschriebenen Lam-pe. Obschon hiereinRundbrenner vor-handen^ ist das Zugglas doch ebenfalls ausgebaucht, was deshalb nötig ist, weil die Flammedurch die bereits früher erwähnte oberhalb des Breunerrandes angebrachte Brennscheibe in inkugeliger Form ausgebreitet wird. Auf den Halsrand a des Behälters ist die messingene Fassung d sgekittet, in welche mittels seines ringförmigen unteren Endes ck der Brenner eingeschraubtwird. Dieser Brenner bildet zunächst eine Art Teller s k mit vier großen Öffnungen in derGegend A, durch welche die Zugluft eintreten kann, wie der Pfeil an I andeutet. Auf denbreiten Rand k des Tellers wird die zur Dämpfung des Lichts dienende matte Glaskugel gesetzt;inmitten des Tellerbvdens s erhebt sich der doppelwandige Cylinder k n, von welchem unter-halb, von s s etwa um 12 mm aufwärts, die Hälfte derartig ausgeschnitten ist, daß nur derTeil i bis zu s hiuabreicht und hier in eine entsprechend gestaltete halbringförmige Öffnung ein-gelötet ist. Dadurch entsteht ein freier Zugang der Luft für den inneren Zug, welcher in derRichtung der Pfeile 2 durch den Cylinder ü emporgeht. Das Dochtrohr i umschließt obenmit einem kurzen cylindrischen Teile sauf welchen der Docht aufgeschoben und mittels eines um-gewickelten Zwirnfadens befestigt ist) direkt den Cylinder d; der größte Teil feiner Länge istaber bis an das untere Ende Halbrund geformt, geht durch i und die Öffnung des Teller-bodens s, nimmt den platt zusammengelegten Hohldocht auf und ist mit der Zahnstange q(Abb. 622) versehen, welche auf gewöhnliche Weise durch ein Getriebe mittels Drehung desKnopfes s auf und ab bewegt werden kann. Diese eigentümliche und nichts weniger alsDas Buch der Erfind. I. 74
621 u. 622. MineratöUampe mit Nnndbrenner.