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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Mineralöllampen.

Annahme, daß dasselbe ein DestillationsProdukt der großen, aus vorweltlich vegetabi-lischen Überresten gebildeten Kohlenlager sei, wofür auch die großen nebenbei in Amerika vorkommenden des Bitumens beraubten Anthracitlager sprechen. Gewisse Verhältnisse imVorkommen der unterirdischen Ölvorräte deuten jedoch auch auf eine Entstehung austierischen Substanzen und zwar insbesondere aus Korallentierchen hin, wie z. B. amRoten Meer . Endlich haben bedeutende Chemiker auch noch auf die Möglichkeit der Ent-stehung des Erdöles durch das Zusammenwirken unorganischer Substanzen hingewiesen.Wahrscheinlich haben sich alle drei Ursachen an verschiedenen Orten und zu verschie-denen Zeiten bei der Entstehung dieses Produktes beteiligt. Die flüchtigen Produkte, welchebei der Destillation des Rohpetroleums gewonnen werden, sind von gleicher Natur, wiedie flüchtigen Produkte der Mineralölfabrikation und erfordern daher auch Lampen vongleicher Konstruktion, die im folgenden mit zu besprechen sind. Durch die Mineralöl-fabrikation war also schon der Weg zur Herstellung der Petroleumlampen grundsätzlichangedeutet worden, so daß sich der Erfindnngsgeist nur noch mit der Ausbildungund Vervollkommnung der einzelnen Teile solcher Beleuchtnngsapparate zu beschäftigenhatte, um dem Publikum möglichst zweckmäßige und wirksameund zugleich möglichst billige und dabei doch geschmackvolleLampen für alle zu befriedigenden Anforderungen undBelenchtungszwecke anbieten zu können.

Der einfachste Brenner für Petroleumlampenist in Abb. 623 dargestellt. Der bandförmige Docht Ldieses Flachbrenners kann, ganz ähnlich wie bei den vorherbeschriebenen Mineralöllampen, mittels zweier auf einerAchse sitzenden Zahnrädchen durch Drehung des Knopfes Upassend verschoben werden; derselbe bewegt sich in einerHülse, die von einer vielfach durchlöcherten Fassung um-geben ist. Über dem oberen Dochtende wölbt sich, ganz sowie bei den älteren Mineralöllampen, eine Blechkappe 0,die oben mit einem Schlitz zum Heraustreten der Flammeversehen ist. Diese Einrichtung bewirkt, daß die von unterhalbder Kuppel eintretende Luft dicht an den unteren Teil derinnerhalb sich entzündenden Ölgase gedrängt wird, so daßaus dem Schlitz eine helle Gasflamme herausbrennt. Ober-halb der Kuppel befindet sich die das Zugglas bezw. denCylinder aufnehmende sogenannte Galerie. Dieser Cylinderist ausgebaucht, damit die breite Flamme des Flachbrennersden nötigen Raum zu ihrer Entwickelung erhält. Um denunteren Umfang des Cylinders gleichmäßig zu erhitzen und so das Zerspringen des Glaseszu verhüten, hat man wohl auch dieser Ausbauchung eine parallel zum Flachbrennergerichtete entsprechend platte Form gegeben. Um Flammen von größerer Lichtstärke imengsten Raume zu erzielen, hat man nach dem bereits früher erwähnten, von Rumfordfür Hohldochte vorgeschlagenen Prinzip mehrere Flachdochte Parallel oder sternförmigzu einander angeordnet, wie dies bei dem Triplexbrenner mit drei, bei dem Kronen-brenner sogar mit sechs Dochten geschehen ist. Denselben Zweck hat man aber auchdurch eine kreisförmige Zusammenstellung von 8 —12 schnurartigen Volldochten imMitrailleusenbrenner (Abb. 624) in möglichst vollkommener Weise zu erreichengesucht. Jeder Docht geht durch einen besonderen Halter; diese Halter sind in der Formkurzer Röhren am Umfange einer Scheibe angebracht, so daß sämtliche Dochte wie eineinziger Hohldocht gleichzeitig verschiebbar sind, wobei sie durch feststehende, im eigent-lichen Brenner sitzende kurze Messingrohre geführt werden. Auch bei diesem Brennerfindet die schon lange in Vorschlag gebrachte Brennscheibe, außerdem aber auch noch eineKappe, unter welcher die Luft vorgewärmt wird, bevor sie in die Flamme gelangt, Ver-wendung. Infolge der starken Saugkraft, welche die einzelnen Dochte besitzen, ist dieserBrenner besonders für die Verwendung schwerer Öle geeignet; derselbe gibt eine sehr

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