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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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588 Beleuchtung.

helle ruhige Flamme von bedeutender Lichtstärke, verbraucht aber auch verhältnismäßigviel Brennstoff und ist daher weniger sparsam als ein gewöhnlicher Rundbrenner.

Man hat auch Flachbrenner ohne das gewöhnliche als Cylinder bezeichnete Zugglashergestellt. So ist z. B. Botti auf die schon bei der früher erwähnten älteren Rüböl-lampe von Ruhl und Benkler zuerst probierte Vorrichtung, aus welcher schließlich dereingeschnürte Cylinder hervorging, zurückgegangen, wobei über der Flamme eine miteinem Rundloch versehene Scheibe, bezw. ein flachtrichterförmiger Teller angebrachtwurde, um eine pfriemenartige, zusammengezogene und dadurch sehr heiße Flamme vongrößerer als die gewöhnliche Lichtstärke zu erhalten. Hierbei ist also das durch An-wendung der Brennscheibe zur Geltung gebrachte Prinzip der Flammeuausbreitung geradeins Gegenteil verwandelt, woraus ersichtlich ist, daß man denselben Zweck der Helligkeits-vermehrung und ökonomischsten Ausnutzung des Leuchtstoffes auf sehr verschiedenen Wegenzu erreichen gesucht hat. Über die so erhaltene langgestreckte Spitzflamme wurde zwar

kein gewöhnlicher Cylinder, wohl aber statt dessen auf dendurchkochten Teller eine verhältnismäßig hohe Glocke oderTulpe aus Milchglas gestellt. Diese Anordnung wurdespäter wiederum bei der StöterschenKaiserlampe benutzt.

Für die gewöhnlichen Petroleumlampen, von denenman eine gleichförmige Rundbeleuchtung verlangt, findetder Argandbrenner Anwendung, denn der Flachbrennerstrahlt den Lichtschein hauptsächlich nur von seiner Breitseiteaus und ist daher mehr für Studierlampen als zur Be-leuchtung eines allseitig benutzten Familientisches geeignet.Einen solchen älteren Petroleumrundbrenner zeigtAbb. 625. Das Öl wird hierbei durch eine mittels Schraubeverschließbare Öffnung a in den Ölbehälter b eingegoffeu,welcher die schon bei den ersten Mineralöllampen benutzteäußere Gestalt hat und aus dickem Glase besteht. Um dieErwärmung des Öles im Behälter und eine dadurch beileichtem Öle mögliche Explosion zu verhüten, ist der Be-hälter ringförmig eingerichtet, so daß zwischen ihm unddem Brenner ein Zwischenraum vorhanden ist, welcher vonder äußeren Luft durchströmt wird. Die Verbindung zwi-schen dem Ölbehälter und Brenner ist unterhalb durch einhorizontales Rohr hergestellt. Der Cylinder ist in der627. Sich-rh-its-Petr-Ncilmlmnpr bereits besprochenen Weise eingeschnürt. Eine ebenfallsvon Krickmiyer. ältere Form zeigt Abb. 626 in der Stobwasserschen

Patent-Petroleumlampe, welche als Schiebelampe mit seitlich angebrachtem unddaher vor Überhitzung geschütztem Ölbehälter versehen, dafür aber auch mit dem Übel-stande der seitlichen Schattenbildung behaftet ist; dieselbe ist daher hauptsächlich nur füreinseitige Beleuchtung geeignet, wie sie für eine Studier- oder sonstige Arbeitslampe aus-reichend erscheint. Der Ölbehälter, der hier auch bei brennender Lampe mit frischem Ölversehen werden kann, wird durch Drehen des Knopfes a geöffnet und wieder geschlossen.Noch eine andre und zwar neuere Sicherheitseinrichtung für Verhütung der Explosiondurch Überhitzen des Ölbehälters und durch Umkippen der Lampe ist bei der in Abb. 627dargestellten, von E. Krickmeyer in Petersburg erfundenen und im Deutschen Reichepatentierten Petroleumlampe in Anwendung gebracht, wobei zugleich auf die gute Verbrennungschweren dicken Öles Bezug genommen ist. In der Lampenvase sind zwei getrennte ÖlbehälterI und L angebracht, zwischen denen die Überführung des Öls aus dem äußeren in deninneren Behälter durch einen Heber U bewirkt wird, wodurch das Öl in dem Behälter Lstets kühl erhalten wird und zugleich auch ein vollständiges Verbrennen dickeren Öls erzieltwerden soll. Hauptsächlich aber soll, wie schon angedeutet worden ist, durch diese Ein-richtung die Explosion verhütet werden, indem beim zufälligen Umkippen der Lampe ein