590 Beleuchtung.
Um das Anzünden zu erleichtern, was insbesondere bei Hängelampen erwünscht ist, hatman dieselben mit Vorrichtungen zum Emporschieben des Cylinders versehen. Einenderartig eingerichteten Brenner, welcher von der Firma: Schwitzer L Grafs, Berlin , unterder Bezeichnung „Staatsbrenner" fabriziert wird, zeigt Abb. 631. Dieses Brennersystemist besonders mit Rücksicht auf einfache Handhabung konstruiert. Durch eine halbe Umdrehungdes links dicht unterhalb der Cylindergalerie befindlichen schlüsselkopfähnlichen Handgriffes wirddie Galerie mitsamt dem Cylinder durch ein paar Zahnrädchen und einen damit verbundenenkleinen Hebel soweit gehoben, daß der Dochtrand zum Anzünden zugänglich wird.
Mit Rücksicht auf die flüchtigsten DestillationsProdukte des Rohpetrolemns, welche alsNaphtha, Petrolenmäther, Benzin oder Benzol, Ligroin, Gasolen und mit andern willkürlichen
Bezeichnungen im Han-del vorkommen, hat manfür den Handgebrauchbesondere lenchterartigeBeleuchtnngsapparatekonstruiert, von welchender Ligroin- oderBenzinleuchterziem-liche Verbreitung gefun-den hat. Abb. 632 zeigtdessen Einrichtung; derFuß des Leuchters istmit Schwammstückengefüllt, welche nach Ab-schrauben des dicht auf-sitzenden langen, durcheinen Volldocht vollstän-dig ausgefüllten Docht-rohres durch Eingießen mit dem flüchtigen Stoffe gesättigt werden, worauf das Dochtrohrmit seinem breiten Ansätze durch festes Einschrauben den Leuchtstoff luftdicht abschließt, sodaß dieser Leuchter ganz gefahrlos zu benutzen ist. Der vollgesaugte Schwamm gibtallmählich dem am obersten Ende etwas hervorragenden Dochte den zur Flammenbildungnötigen Leuchtstoff ab. Wird der Leuchter nicht benutzt, so wird das obere Ende desDochtrohres mittels eines Hütchens fest verschlossen, um die unnötige Verdunstung desLeuchtstoffes zu verhüten. Die kleine Flamme dieses Leuchtapparates ist zwar verhältnis-mäßig sehr hell, vertrügt aber keinen Luftzug, indem sie dadurch sofort auslöscht. Als
Nachtlicht sind indessen diese Leuchter gut zu benutzen. — Eineweitere Verwendung suchte man bezüglich der leichtesten unddaher auch in hellen Leuchtflammen verbrennbarenDestillations-produkte durch die Herstellung von Starklichtern für Werkstättenund Arbeitsplätze zu gewinnen, indem man sogenannte Dampf-lichter herstellte, wie dies schon bei der viel früher mit Bezugauf die Destillationsprodukte der künstlich gewonnenen Mineral-öle versuchsweise konstruierten, aber für den praktischen Gebrauchungeeignet befundenen, auf S. 584 erwähnten LüdersdorffschenDampflampe geschehen sollte. Ein neuerer derartiger Apparatist die in Abb. 633 abgebildete Dampflampe von LilienfelsL Lutschers, die mit ihrem flachen kreisrunden Leuchtstoff-behälter an die Wand zu hängen ist. Am tl-förmigen Dochtrohre befindet sich unterhalbdes Brenners eine Metallkugel, die vor dem Anzünden zu erwärmen ist, um die Bildungdes Brenndampfes einzuleiten, welcher dann dem gelochten Brenner entströmt und dieFlamme gibt. Die so erzeugte Flamme ist zwar blendend hell, aber flackrig und verträgtkeinen Luftzug, auch ist der Apparat nicht ganz ungefährlich.
Zur besseren Ausbildung gelangten die eigentlichen Petroleum-Gaslampen,welche zuerst in England aufkamen. Dieselben waren mit einem ringförmigen Ölbehälter
6 S 2 . Senxinteuchtcr.
6S0. Arimets Niinddrrnirer.
6St. Ktaatsbrrimcr mit Cytindcr-hcbroorrichtling.