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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Gasbeleuchtung. gg,g

Spiritusglühlicht zu konstruieren. Diese wollen wir der Einfachheit wegen später imZusammenhang besprechen.

Für manche Zwecke der Beleuchtung sind besondere Leuchtapparate nötig, bei welchendie Wirkung der Flamme nach außen verhütet sein muß. Diese sogenannten Sicherheits-lampen oder besser Sicherheitslaternen sind in Räumen zu benutzen, wo sich leicht-entzündliche Gase oder sonstige leichtentzündliche Stoffe, wie Schießpulver, Benzin u. s. w.,befinden. Sehr bekannt ist die schon längst in den Steinkohlengruben zmn Schutz gegenschlagende Wetter benutzte Davysche Sicherheitslaterne, nach deren Prinzip auch diemeisten neueren derartigen Apparate eingerichtet sind. Dieses Prinzip beruht auf derThatsache, daß sich die Entzündung leicht entzündlicher Gase nicht durch die Maschen einesfeinen Drahtgewebes fortpflanzt. In Deutschland sind seit einer Reihe von Jahren dieWolfschen Sicherheitslaternen der Firma Friemann L Wolf in Zwickan zu vielenTausenden in Gebrauch. Dieselben sind mit einer besonderen Zündvorrichtung versehenund für Benzinflamme eingerichtet; außerdem haben sie einen Verschluß, der nichtohne weiteres zu öffnen ist, indem dazu ein starker Magnet erforderlichist, der den Arbeitern nicht zu Gebote steht. Diese beistehend abgebildeteLaterne bietet den denkbar höchsten Grad von Sicherheit gegen die demBergmann drohenden Gasexplosionen, denn dieselbe kann angezündetwerden, ohne daß ein Dfnen der Laterne stattfindet, und kann fürgewöhnlich überhaupt nichn geöffnet werden. Abb. 637 zeigt deren Formund äußere Anordnung. Zum Anzünden der innerhalb des Drahtnetz-gehäuses befindlichen Benzinlampe dient ein aufgerollter mit Zündpillenversehener Papierstreifen, der durch Ziehen an einem äußeren Knopfunter einen Keinen Hammer gebracht wird, welcher auf die an Ort undStelle befindliche Zündpille schlägt, wodurch sofort die Benzinlampeanbrennt.

Ais Gasbeleuchtung.

Die Wahrnehmung, daß manche luftförmigen Stoffe, die mitunterohne weiteres und zwar in manchen Gegenden in anscheinend unerschöpf-licher Menge aus der Erdtiefe emporströmen, brennbar sind und daherzur Herstellung von Heizflammen und Lenchtflammen zu benutzen sind,ist unzweifelhaft uralt. Die ewigen Feuer der Insel Baku , sowie diePersischen und chinesischen Fenerbrunnen sind wahrscheinlich seit Jahr-tausenden bekannt und von den Naturvölkern als göttliche Offenbarungenverehrt worden. In der Neuzeit haben die nordamerikanischen Erdgas- KichcriMsMterue.quellen Staunen erregt und eine bedeutende industrielle Verwendungfür Heizzwecke, sowie auch zur Herstellung von Beleuchtungsanlagen gefunden. Seiteinigen Jahrhunderten war ferner den Arbeitern in den Steinkohlengruben bekannt,daß oftmals aus den Spalten der Kohlenflötze brennbare Gase entweichen, die bei derEntzündung zu furchtbaren Explosionen Anlaß geben können. Auch die zufällige Be-merkung, daß Steinkohle, sowie andre organische Produkte bei der Erhitzung ein ent-zündliches, mit leuchtender Flamme verbrennendes Gas liefern, war seit langer Zeitbekannt und mußte wohl endlich zur Erfindung der systematischen, für Belenchtungs-zwecke zur Ausführung gebrachten Leuchtgasbereitnng führen. Ein Engländer war es,der zum erstenmal die Praktische Anwendung von Steinkohlengas versuchte: der Maschinen-bauer William Mnrdoch zu Rodruth in Cvrnwall erleuchtete 1792 sein Hans mitsolchem Gase; derselbe brachte hierauf und zwar im Jahre 1798 die Gasbeleuchtungauch in den Werkstätten der in der Geschichte des Dampfmaschinenbaues bekannten FirmaBoulton und Watt zur Ausführung. Schon vor ihm, im Jahre 1786, hatte der fran-zösische Ingenieur Lebon Heiz- und Leuchtgas durch Verkohlung von Holz bereitet, undseine damit gespeiste Thermolampe erregte 1800 großes Aufsehen; dieselbe wurde 1803von Winzler in Deutschland nacherfnnden, indessen ergab sich bald, daß das Holzgasseiner blassen Flamme wegen zur Lichterzengung ungeeignet sei. In Amerika wurdeDas Buch der Erfind. I. 75

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