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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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596 Beleuchtung.

weise in Hannover die Fcttgasanstalt von dem Bahnhöfe, wo das Gas in die Vorrats-behälter der Wagen verteilt wird, nahezu 3 lern weit entfernt; beide Orte sind durch einnur 16 inm weites Leitungsrohr verbunden.

Zur Verbesserung oder sogenannten Anreicherung des Leuchtgases bezüglich derVerstärkung seiner Leuchtkraft werden öfter geeignete Stoffe beigemischt, wie dies schonoben gelegentlich der Beschreibung des Hirzelschen Ölgas apparatcs erwähnt worden ist,jedoch in einem andern Sinne vorgenommen wurde, indem dadurch zu kohlenstoffhaltigeGase, die leicht rauchig brennen und im Verbrauch überhaupt unökonomischer sind, ge-wissermaßen mit einem geeigneten Stoff verdünnt werden. Ist dagegen das Gas für diegewünschte Lichterzeugung zu wenig kohlenstoffreich, wie dies bei weniger bituminösen,mageren Steinkohlen, noch mehr aber beim Wassergase der Fall ist, so wird eine so-genannte Anreicherung dieses Gases durch den Karburationsprvzeß vorgenommen.Es wird dadurch möglich, auch aus andern Kohlen als den eigentlichen Gaskohlen diein volkswirtschaftlicher Beziehung wichtigen Nebenprodukte zu gewinnen, wodurch dieGasindustrie eine gesicherte Grundlage erhält. Der wichtigste Karburationsprvzeß ist zurZeit der Benzolprozeß, welcher in verschiedener Weise durchgeführt wird. Das eineVerfahren besteht darin, daß ein Teil des zu karburierenden oder anzureichernden Gases

über Benzol verdampfende Flä-chen geleitet und dann demHauptstrome des nach dem Gas-sammler getriebenen Gases wie-der beigemischt wird. Ganz be-sonders wirtschaftlich wird dieserBetrieb, wenn das in den Koke-reien aus den Abgasen ausge-waschene Benzol, welches sonstmit den Gasen einfach verbranntwird oder auch ganz nutzlos ver-loren geht, als Lichtgeber Ver-wendung findet. Für Deutschland ist dieser Benzolprozeß deshalbbesonders wichtig, weil durchhohe Eingangszölle die Ver-wendung des bei der DestillationdesRohpetroleums gewonnenen,für den Karburationsprvzeß sehr gut geeigneten Naphtha erschwert wird. Auch kann inDeutschlands Kokereien die für die Gasanstalten vollständig genügende Menge vonBenzol gewonnen werden. Außer Benzol werden in der Praxis auch andre leicht zuverdampfende Kohlenwasserstoffe, so z. B. die bei der Herstellung des komprimierten Ölgasesgewonnenen benutzt.

Neuerdings ist aber für denselben Zweck noch ein anderer, nach seinem Herkommenund seinen Eigenschaften sehr merkwürdiger Stoff in Vorschlag gebracht worden, nämlichdas Acetylen, ein Kohlenwasserstoff von mindestens der zehnfachen Leuchtkraft des gutenSteinkohlengases. Der Rohstoff zur Herstellung des Acetylens ist das Calcinmcarbid,welches im elektrischen Ofen durch Berührung von Kalk mit Kohle als ein fester Stoff er-zeugt wird, der bei der Berührung mit Wasser in Ätzkalklösnng und gasartiges Acetylenzerfällt. Das Calcinmcarbid erfordert zu seiner Herstellung einen sehr starken elektrischenStrom, und daher ist nach den genauesten Berechnungen zur stündlichen Erzeugung von100 ÜA dieses Rohmaterials etwa eine Betriebskraft von 500 Pferdestärken nötig. Ausdiesen 100 Calcinmcarbid können aber durch Zersetzung mittels Wassers in runderZahl 10 ebm Acetylen gewonnen werden; die Meinungen über die Herstellungskostensind jedoch noch verschieden. Die größte Wahrscheinlichkeit wird einer vom EngländerBredal beigemessen, wonach 1000 Calcinmcarbid frei nach Berlin nach Abzug desGewinnes, der aus dem Kalk von der Zersetzung in Acetylen zurückbleibt, 175 Mark kosten

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