Die Gasbeleuchtung.
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Flamme in ähnlicher Weise wie bei der vorher beschriebenen älteren Konstruktion dem ab-wärtsgehenden Zuge der Verbrennungsgase, indem sie sich über den Rand des Porzellan-cylinders 3 nach unten umstülpt. Die heißen Verbrennungsgase bestreichen somit denRegenerator s, der in das seitliche Abzugsrohr g ausmündet. Die äußere, znr Speisungder Flamme dienende Luft tritt bei a n ein und durchstreicht die vorn Generator erhitztenKanäle ä <1, bevor sie zur Flamme gelangt. Im Querschnitt ist der ganze Apparat kreis-förmig. Die Einführung dieses Apparates in eine Straßenlaterne zeigt Abb. 655. Wieaus dieser Abbildung ersichtlich ist, wird das mit dem Abzugskanal g verbundene Abzugs-rohr nach oben geführt und ist oberhalb mit einem nach unten konisch verengt zulaufendenTeile des senkrecht nach oben weitergeführten Abzugrohres verbunden. Dieser Konushat unterhalb eine kleine Öffnung, umbeim Anzünden der Flamme den Luftzugeinzuleiten und alsdann zu unterstützen.
Bei den neuesten Ausführungen ist dieserKonus umgekehrt als Hohlkörper über derFlamme angeordnet. Zum Anzünden derFlamme dient ein seitwärts des Brennersfortwährend brennendes Gasflämmchen.
Die eben besprochene Konstruktiondes Regenerativbrenners ist bei aller Vor-trefflichkeit derLenchtkraftverstärkung undökonomischen Ausnutzung des Gases mitdem Übelstande behaftet, daß der ziemlichumfängliche Rcgenerativkörper sehr vielSchatten nach unten wirft. Um diesenÜbelstand zu beseitigen, hat Siemens dieAnordnung des Brenners umgekehrt, in-dem er den Regenerator oberhalb desBrenners anbrachte, die Flamme nachnuten aus den Brennerröhren Heraus-brennen ließ und alsdann mit der Zug-luft nach oben durch den vertikalen Zug-schlot lenkte, wie dies Abb. 656 u. 657zeigt. Diese Anordnung, welche sichvorzüglich znr Bodenbelenchtnng in ge-schlossenen Räumen eignet, ist als in-vertierter Regenerativbrenner be-zeichnet worden. Die Wirkungsweise istaus der Abb. 654 deutlich ersichtlich,indem die Lnftführung durch Pfeile angedeutet ist. Abb. 657 zeigt eine derartige ge-schmackvoll ornamentierte Lampe in äußerer Ansicht.
Eine andre Art von Regeneratorlampe wurde von dem rastlosen Erfinder Siemensmit Anwendung eines horizontal gerichteten Flachbrenners hergestellt, um die Leuchtkraftder in der bekannten Schmetterlingsform breitgezogenen Gasflamme direkt nach untenhin wirksam zu machen. Es wurde also hierzu ein gewöhnlicher Schnittbrenner benutzt.So entstand der Sicmenssche horizontale Regenerativ-Flachbrenncr, welcher beiseinem Auftreten unter den modernen Gasbelenchtungsapparaten ein ziemliches Aufsehenerregte. Die Schwierigkeiten, welche bei Herstellung dieser Beleuchtungsmcthode über-wunden werden mußten, waren ziemlich bedeutend und erforderten jahrelange Versuche.Das Patent auf diesen Brenner wurde Siemens im Jahre 1879 erteilt. Von sehr maß-gebender Seite, nämlich von Dr. Bunte in München , dem Leiter der dortigen Versuchs-station des deutschen Vereins der Gasfachmänner, wurde dieser Brenner bezüglich Licht-wirkung und Gasverbrauches auf Grund genauer Versuche sehr günstig beurteilt. Unterandern wurde der Hörsaal für Kunstgeschichte in der technischen Hochschule zu Karlsruhe
654. Neuerer Sicmcnsschcr 6sö. Stratzenlntcrne mitNcgrneratinlirriiner. Siemens' Negcnerativbrenncr.