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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Beleuchtung.

entwickelung der verhältnismäßig zur Lichtstärke erforderliche Gasverbrauch bedeutendgeringer als bei dem gewöhnlichen Gaslichte, und der elektrischen Glühlampe gegenüberstellt sich das Gasglühlicht bedeutend billiger.

Besonders diese letztere gute Eigenschaft des Gasglühlichtes hat dazu geführt, daß mandieses Licht auch zur Straßenbeleuchtung nutzbarzu machen gesucht hat, was insofernmit einiger Schwierigkeit verknüpft ist, als der Glühkörper eine sorgsame Behandlungerfordert und keine Erschütterungen, sowie keinen Luftzug verträgt. Es ist jedoch bereitsgelungen, Laternen herzustellen, welche die Benutzung des Gasglühlichtes auch für Außen-beleuchtung ermöglichen. In Abb. 665 ist eine derartige Laterne dargestellt, bei welcherdie Einwirkung des Luftzuges auf den Glühkörper vermieden und ein bequemes Anzündengestattet ist. Diese Laterne ist nämlich mit einem Windfänger und einer zweckmäßigenZündvorrichtung versehen. Der Windfängcr, der zugleich als Vorwärmer für die Ver-brennungslnft dient, besteht aus einem oberhalb angebrachten siebartig eingerichteten Metall-cylinder, welcher in der Mitte des Reflektors aufsitzt und den Glühkörper oberhalb umschließt.Der Anzünder ist so angebracht, daß sein Hahn a sich öffnet, wenn er nach dem Brenner ahimchewegt wird, wobei die Zündflamme mittels einer Zündstange angesteckt wird.

666—668. Elektrischer Gaszmrdrr.

Bei der Straßenbeleuchtung, sowie überhaupt in jedem Falle, wo viele Gasflammen möglichstgleichzeitig, oder, wie besonders in Theatern, wo vor Einführung des elektrischen Lichtes dieGasbeleuchtung benutzt wurde, eine größere Anzahl von Gasflammen aus einmal, in bequemster Weisezum Leuchten gebracht werden sollten, sind gewisse Zündvorrichtungen in Gebrauch gekommen.

Als eine der ersten Vorrichtungen dieser Art ist der von dem Göttinger Astronomen ProfessorKlinkerfues schon vor etwa dreißig Jahren erfundene sogenannte hydrostatische galvanische Gas-zünder zu erwähnen, obschon derselbe nur noch historische Bedeutung hat. Der Verschluß der Gas-brenner wurde hierbei auf hydrostatischem Wege bewirkt, indem das Znführungsrohr unter einerin Wasser eingetauchten Glocke ausmündete. Das Gas kann aus dieser Glocke nur entweichen,wenn sein Druck größer ist, als der Druck, welchen die äußere Wassersäule auf die im Innern derGlocke befindliche Gasmenge ausübt. Bei Tage, wo die Flammen nicht brennen sollen, ist der vomGasbehälter der Anstalt ausgehende Druck so gering, daß kein Gas durch den hydrostatischen Verschlußder Glocke entweichen kann. Dagegen wird bei einbrechender Dunkelheit der Druck von der Anstaltaus derartig verstärkt, daß der hydrostatische Verschluß geöffnet wird und folglich Gas aus demBrenner strömen kann. Zugleich wird dabei der Stromkreis eines galvanischen Elementes geschlossenund ein über dem Brenner ausgespannter Platindraht zum Glühen gebracht, so daß das ausströmendeGas sich entzündet. Der Apparat ist ziemlich kompliziert und insofern unpraktisch, als der Hydra»lische Verschluß im Winter leicht eiufriert. Der Apparat hat auch seine praktische Anwendunggefunden. Seit jener Zeit sind aber viele verschiedene GaSzünder in Vorschlag gebracht worden.

Abb. 666—669 stellen einen der neueren elektrischen Gasfernzünder dar, welcher vonder „Patent Actie bolaget Hermes" in Stockholm vertrieben wird und von der deutschen „Gas-fernzündcr-Gesellschaft" in Berlin in Deutschland eingeführt worden ist. Dieser Apparat soll bewirken,