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Das elektrische Licht.
stromes mittels der als Transformatoren bezeichneten Induktionsapparate ins Augegefaßt, welche durch den hochgespannten Fernleitungsstrom angeregt, die erforderliche Be-triebsspannung und Stromstärke in die Lokalleitnngen abgeben. Es hat diese Art derElektrizitätsbenutznng etwas Bestechendes, insofern sich die ganze Anlage oft bedeutendbilliger herstellen läßt, als dies bei Gleichstrombetrieb der Fall sein würde; die ganzeEinrichtung wird einfacher, und es wird dein System von seinen Anhängern nachgerühmt,daß sich die notwendige Kontrolle und Regelung des Stromes in den Leitungen sichererund bequemer bewerkstelligen lasse als bei Gleichstrom. -Indessen müssen mit diesen Vor-teilen, wie dies ja in ähnlicher Weise in der Technik häufig der Fall ist, auch wiederumNachteile mit in den Kauf genommen werden, welche darin bestehen, daß der Nutzeffektder Wechselstrommaschinen in der Regel etwas geringer ist, als derjenige der Gleichstrom-maschinen, daß die Wechselstrombogenlampen das Licht weniger vorteilhaft erzeugen, alsdie Gleichstrombogenlampen, daß die Glühlampen vom Wechselstrom rascher verbrauchtwerden als vom Gleichstrom und daß endlich der hochgespannte Wechselstrom für die Be-triebsbedienung, sowie auch für den öffentlichen Verkehr, insoweit dieser mit den Leitungenin Berührung kommen kann, viel gefährlicher ist, wie der niedrig gespannte Gleichstrom.
Bei jeder elektrischen Leitungsanlage ist vor allem der Umstand zu berücksichtigen,daß die von der als Stromquelle dienenden elektrischen Maschine erzeugte, den Stromdurch die Leitung treibende und die Lichtwirknng der Lichtquellen bedingende Spannungoder elektromotorische Kraft mit der Länge der Leitung und der Anzahl der davon ge-speisten Lampen infolge des vom Strome zu überwindenden Widerstandes, in der Längs-richtung der Leitung allmählich abnimmt. Es ist daher die Leitungsanlage derartig ein-zurichten, daß die Spannung in den Leitungen innerhalb möglichst enger Grenzen, mitBezug auf die nicht zu umgehenden, durch die im praktischen Betriebe vorkommendenVeränderungen der zu speisenden Lampenzahl und der dadurch hervorgerufenen Widerstands-schwankungen, stets auf der dem vorteilhaftesten Betriebe der noch übrigen Lampen ent-sprechenden Höhe erhalten bleibt. Bezüglich der Elektrizitätsverteilung ist noch zu beachten,daß durch dieselbe eine direkte oder indirekte Speisung der Lampen oder sonstigen Betriebs-apparate stattfinden kann, das heißt, daß der Maschinenstrom unmittelbar in die Lampengeleitet, oder daß derselbe zur Herabminderung der Spannung, beziehungsweise zur Er-höhung der Stromstärke erst durch gewisse Zwischenapparate geführt wird, um auf einfür den Betrieb geeignetes Maß gebracht zn werden; oder daß die elektrische Betriebs-kraft in gewissen Apparaten aufgesammelt wird, um zu geeigneter Zeit ohne weitere Bei-hilfe der elektrischen Stromerzengungsmaschine zum Betrieb zu dienen. Als Apparate fürden ersten Zweck sind die schon erwähnten Transformatoren und ferner die Regulier-widerstande zu nennen; als Apparate für den zweiten Zweck werden die Akkumulatorenoder Sammelbatterien benutzt. Transformatoren werden nicht nur beim Wechselstrombetrieb,sondern auch beim Gleichstrombetrieb für denselben Zweck benutzt, nur sind sie im zweiten Fallevon weniger einfacher Einrichtung, indem sie alsdann ähnlich wie elektrische Stromerzengungs-maschinen mit rotierenden Teilen gebaut werden müssen, wogegen sie im ersten Falle demPrinzip nach aus zwei ineinander geschachtelten Drahtspulen mit einem Eisenkern bestehen.
Bei der direkten Stromzuleitnng können drei verschiedenartige Schaltungsweisen derLampen zur Anwendung kommen, nämlich: 1. die Reihen- oder Hintereinanderschaltung;2. die Parallel- oder Nebeneinanderschaltung; 3. die gemischte Schaltung oder Gruppen-schaltnng, wobei die Reihenschaltung von parallel geschalteten Lampengruppen, oder dieGruppenschaltung von hintereinander geschalteten Lampen ausführbar ist. Ferner kannman init Bezug auf Gleichstrom anstatt des ursprünglichen einfachen Leitersystems einMehrlcitersystem und zwar das Zweileiter- oder Dreileiter- oder Fünfleitersystem benutzen.
Bei der Reihenschaltung oder Hintereinanderschaltung sind die sämtlichenLampen mittels der Leitung in einem Stromkreise der Reihe nach verbunden, so daß derganze von der Maschine gelieferte Strom erst durch die eine Lampe hindurchgehen muß,bevor er nach der nächsten Lampe gelangen kann. Es müssen dabei derartige Ein-richtungen getroffen sein, daß eine oder einige Lampen der Reihe ohne Störungen derübrigen ausgelöscht werden können, das heißt, ohne daß der Strom unterbrochen wird.