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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Substantive Bamnwollfarbstosfe.

ableiten ließe. Die wichtigsten hiervon sind Primnlin (gelb:, welches durch Erhitzen vonTvlnidin mit Schwefel anf 200 — 280" 0. und Umwandlung des Produktes in dieSnlfosänre erhalten wird, und Mikadogelb, -orangc und -braun, welche durch EinWirkung von oxydierbaren Stoffen in Gegenwart von Langen anf Nitrotolnolsulfvsänrebereitet werden.

Wie schon der Grnppennaine „snbstantive Banniwvllsarbcn" andeutet, färben allediese Farben Baumwolle direkt, snbstantiv, also ohne Beizen, und haben deshalb für dieseFaser große Bedeutung gewonnen. Sind sie auch durchweg ziemlich vergänglich, so ge-nügen sie doch für viele Zwecke. Für Leinen sind sie im allgemeinen nicht echt genug.Bvrzüglich geeignet sind sie dagegen für Seide und Wolle, anf welche Fasern sie ebensolote die übrigen sauren Farben aus sauren, aber auch aus neutralen Bädern gefärbtwerden können; sie zeigen hier, im Gegensatz zu ihrem Verhalten auf Baumwolle großeEchtheit in fast jeglicher Beziehung, und sind viel beständiger gegen Wasser, Wäsche undWalke als die übrigen sauren Farben. — Baumwolle und die übrigen pflanzlichen Fasernwerden mit diesen Farben in wässeriger Lösung unter Zusatz von Kochsalz, Glaubersalz,Soda, Pottasche, Seife und anderen Salzen s/? — 1 Stunde gekocht, und bedürfen keinerweiteren Behandlung, um fertig gefärbt zu sein. Die Zusätze beeinflussen den Farbtonwenig und haben den Zweck, die Erschöpfung des Farbbades zu befördern, indem sie deinFarbstoffe gewissermaßen das Lösnngnngsniittel entziehen und ihn so in die Faser, die fürihn nur geringe Anziehungskraft zu besitzen scheint, hineindrängen. Fast ebenso leicht,wie der Farbstoff in die Faser hineinzieht, ist er leider auch geneigt, wieder aus ihrhcrausznwandern, sobald er nur ein Lösungsmittel, z. B. Wasser oder Seifenlange fiudet,und die anf diese einfache Weise hergestellte Färbung hat daher die für Waschware un-angenehme Eigenschaft, beim Seifen und Spülen stark zu bluten (auszukaufen). Bei vielenStvfsarten, z. B. einfarbigen glatten und sannnetartigcn Kleiderstoffen, Futterstoffenund selbst manchen gemusterten Waschstvsfen kommt dies nicht in Betracht, insofern dieseüberhaupt nicht gewaschen werden oder ein Auslaufen nicht schadet. Die Farbe selbstwird beim Waschen trotz des Blntens nur wenig Heller; aber die Zeichnung gemusterter Ge-webe oder buntbedruckter Kattune kann, besonders wenn helle und dunkle Farben nebcn-einandcrliegen, völlig verdorben werden, und kein Waschen beseitigt die einmal ausge-laufene Farbe, sondern verschlimmert nur das Übel. Höchst unerfreuliche Überraschungenhat wohl schon manche Hausfrau erlebt, wenn derartig gefärbte Waren mit weißer Wäschezusammen gewaschen wurden: die weißen Stoffe kamen dann gefärbt aus dem Waschtrogeheraus, und kein Seifen oder Spülen konnte sie wieder weiß machen; zuweilen versagtewohl gar Chlorkalk, das große Bleichmittel. Dessen ungeachtet finden Liese Farben be-rcchtigterwcise große und mannigfaltige Verwendung. Auch abgesehen von der Eigen-schaft, in der Wäsche mehr oder minder stark ansznlaufen, besitzen die substantiven Baum-wollfarbcn aus Baumwolle im allgemeinen keine hohe Echtheit und widerstehen namentlichder bleichenden Wirkung deS Lichtes nur in geringem Grade. Jedoch finden sich unterihnen manche von recht guter Lichtcchthcit, die dann auch meist gegen Wäsche, Chlorund andere Einflüsse ziemlich beständig sind; und da gerade in den letzten Jahren guteneue Vertreter dieser Klasse geschaffen sind, so dürfen noch weitere Fortschritte erwartetwerden. Auf Seide und Wolle werden die substantiven Bamnwollfarben entweder ähnlichwie anf Baumwolle (in neutralen oder schwach alkalischen Bädern mit Glaubersalz u. s. w.>oder nach Art der übrigen sauren Farben (in sauren Bädern, S. 582) kochend gefärbtund zeichnen sich auf diesen Fasern durch viel größere, häufig sogar hervorragende Echt-heit gegen Wasser, Seife und Walke und auch gegen Licht aus.

Dem fortgesetzten Studium der Farbenchcmiker ist es gelungen, Methoden für dieVerbesserung der Waschechtheit mancher, aber nicht aller dieser Farbstoffe auf Baumwolle(und den übrigen pflanzlichen Fasern) zu finden. Sehr einfach gelingt dies bei einigenvon ihnen dadurch, daß die gefärbte Ware nach dem Färben in einer Lösung von Kupfer-vitriol, doppelt ckuvmsanrem Kali oder Chromflnorid oder anderen Metallsalzen Stundegekocht wird, wobei der Farbstoff entweder durch Oxydation oder durch Bildung einesFarblacks (ähnlich wie bei Bcizenfarben) schwerer löslich und daher weniger zum Aus-