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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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Tlromkorreklionen.

Seitdem verschwand die Dampfkraft nicht wieder von den Wasserläufen, und in einerimmer vielgestaltigeren Form fand sie Ausnutzung. Das Dampfboot wurde dem Güter-transport nutzbar gemacht, indem es entweder selbst diese Güter aufnimmt oder indemes lange Schleppzüge die Flüsse ab- und aufwärts bewegt. Welche Umwandlung durchdie Dampfkraft auf diesem Gebiete eingetreten ist, wird ersichtlich, wenn man sich denfrüheren Schisfahrtsbetrieb vergegenwärtigt. Zur Bergfahrt wurden, wie auch vereinzeltheute noch, zum Ziehen der Schiffe Menschen, Pferde und, wenn die Umstände günstigwaren, der Wind benutzt. Im Anfange dieses Jahrhunderts hatten die Rheinschiffeeine höchste Ladefähigkeit von 5000 Zentnern. Blau brauchte für diese für die Berg-fahrt etwa 12 Pferde. Die Fahrt von Amsterdam bis Düsseldorf beanspruchte 8 bis10 Tage, die Kosten einer Bergfahrt beliefen sich damals auf 3000 Thaler, heutebetragen dieselben höchstens 300 Thaler. Die Ladefähigkeit beträgt heute über20 000 Zentner.

Neben den eigentlichen Schleppdampfern hat man die Dampfkraft in der Daueret,d. h. der Seil- und Kettenschiffahrt ausgenutzt. Hierbei zieht sich das Schleppschiff mitdem angehängten Schleppzug au einer auf der Sohle verlegten Kette oder einem Seileentlang. Das Bestreben ist darauf gerichtet, die Dampfkraft für diesen Zweck durch

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-N4. Elektrisches Tauerboot.

die elektrische Energie zu ersetzen, und der menschliche Scharfsinn beschäftigt sich zur Zeitdamit, als Kraftquelle zur Erzeugung des elektrischen Stromes die Flußläufe selbst aus-zunutzen, und zwar gilt es, neben dem strömenden Wasser die vorhandenen Staudämmeund Wehre nach dieser Richtung hin nutzbar zu gestalten, eine Aufgabe, die jedoch nochnicht ihre Lösung gefunden hat. Auf die besondere Ausgestaltung des Schiffszuges aufden Kanälen wird im Abschnitt „Schiffahrtskanäle" zurückzukommen sein.

Ztromkorrrktionen.

Handel und Schiffahrt stehen in enger Wechselwirkung zu einander. Wie die zahl-reicher und reger gewordenen Handelsbeziehungen einen gewaltigen Aufschwung derSchiffahrt im Gefolge gehabt haben, so wirkt jede Verbesserung der Schiffahrtseinrich-tungen vermehrend und fördernd auf Handel und Industrie uuv damit auf Wohlstand,Reichtum, Macht und Lebensfähigkeit der Völker. Die Beförderung der wachsendenGütermengen verlangt gebieterisch den Bau immer größerer Schiffe: diese bedürfen tiefererWasserstraßen für die Fahrt, größere und tiefere Hafenbecken für die Landung. Diemeisten großen Häfen liegen an den Mündungen der Ströme und oberhalb derselben.Die oberhalb der Strommündung gelegenen Häfen bildeten früher vielfach die Grenzezwischen Fluß- und Seeschiffahrt; in den letzten Jahrzehnten ist dies anders geworden,indem mancher dieser Häfen wegen ungenügender Fahrwassertiefe den neueren tiefer-gehenden Schiffen unzugänglich geworden ist. Als Beispiel sei hier nur Bremen an-