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Neunter Band. Der Weltverkehr und seine Mittel. Erster Theil.
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Scküffahrtskanäle.

auch der hier vorliegende Gegenstand ein solches Bild. Auch hier folgte dem Blühenein Stillstand und sodann ein Abwelken. Allmählich brach in England eine wahreKanalbanwut an, und ihre Folge war, das; manche dieser Unternehmungen zusammen-brachen, ehe noch der erste Spatenstich gethan war. In den Jahren 1791 —1793 wurdennicht weniger als 100 Kanalnnternehmungen begründet, kaum ein Viertel der Projektekam zur Ausführung.

Nach dem 1890 erschienenen Blanbnch haben die gesamten Binnenwasserwege desVereinigten Königreichs eine Ausdehnung von 3813 englischen Meilen, d. d. 6100 ün>.In diesem Längenmaß sind die kanalisierten Flüsse wie Themse , Weaver, Mersey,Severn u. s. w. mit einbegriffen. Schottland besitzt 150 Meilen ^ 240 l<m. Hiervonentfällt die Hälfte auf den Crinan- und Caledvniankanal, welche aus Staatskosten erbautsind und mit Verlust betrieben werden. Ein Übelstand ist es, baß zahlreiche Kanäle sichim Besitze von Eisenbahngescllschasten befinden, welche sie gleichsam aushungern lassen.

Im Anschluß an die englischen Kanäle dürste der durch englischen Einfluß entstandenenWasserstraßen in Indien und Kanada zu gedenken sein.

Zu den bedeutendsten Kanalbauten in den englischen Kolonien gehört der neue Ganges -kanal und die Wiederherstellung dcS Delhikanals, der um die Mitte des 18. Jahrhundertsgänzlich in Verfall geraten war. Die Hungersnot der Jahre 1837 und 1838 gab den Anstoßzur Schaffung des Gangeskanals, eines riesenhaitcn Unternehmens, durch welches nichtnur dem Wassermangel in trocknen Jahren und somit dem Ausbruch von Hungersnot nachMöglichkeit vorgebeugt, sondern auch gleichzeitig eine Ausschließung der zwischen dem Ganges und dem Jumna liegenden Landschaft durch Schiffahrtskanäle erfolgen sollte. Im Jahre 1847war der Plan nach endlosen Schwierigkeiten so weit festgestellt, daß er 1848 in Angriff ge-nommen werden konnte. Um den Hauptkanal und die Zweigkanäle stets hinreichend mitWasser versehen zu können, war es erforderlich, dem Ganges das Wasser an einer Stelle zuentnehmen, an welcher die Wasserführung stets eine genügende ist. Als Anfangspunkt wurdedie Stadt Hurdwar gewählt, woselbst der Ganges in die hindoslanischc Ebene eintritt DerWassergehalt beträgt hier 220 ob,» pro Sekunde. Das abzuilchrende Wasserquantum wurdeauf 180 ob,» festgesetzt, so daß dem Strome nur ein kleiner Teil seiner Wasserfülle verblieb.Die Länge des Kanals beträgt 500 bin. Er zieht sich in den Tonablandschaitcn zwischenGanges und Jumna über Alloghur zur Stadt Cawupore >.etwa 224 k„> oberhalb Allahabad am Vereinignngspunkt des Ganges und des Jnmiiaf hin. Der Kanal besitzt im Anfangeeine Breite von 52 und eine Tiefe von 3 in. Im weiteren Verlaufe nehmen diese Dimensionen,dem abgeleiteten Wasser entsprechend, immer mehr ab. Das schwierigste und bedeutendste Bau-werk ist der Solani - Aquädukt: der Kanal mußte nämlich über den Solanifluß mittels einerUbcrbrückung geleitet werden, um in die Tonabebcne eintreten zu können. Die Einweihung desAquädukts wurde am 8. April >854 zu Roorkhcc festlich begangen. Zu diesen, Akte fandensich 500000 Menschen aus den verschiedensten Völkerschaften und Stämmen zusammen, Sikhs,Bangalescn, Rohillas, Aighanen, Mahraltas und viele andere. Die Kosten dieses Kanalbaucswerden auf Ist? Million Pfund Sterling veranschlagt.

Die günstigen Verhältnisse, welche für Nordamerika die Küstengliederung desAtlantischen Lzeans, die weitgestreckten Stromsysteme und die großen Landseebecken ge-währen, wurden von den Eingewanderten bald erkannt. Washington , „der Vater desVaterlandes", und Te Witt Clinton waren eifrige Beförderer der New Porter Kanal-bauten. Bereits im vorigen Jahrhundert wurde der Ausführung des Planes, die ozeanischeKüste mit den Hanptflüssen und den Landseen durch künstliche Wasserstraßen zu verbinden,näher getreten. Zahlreiche Kanäle entstanden, bis in den 50er Jahren des 19. Jahr-hunderts eine Stockung in deren Bau eintrat. Man begann um die Mitte dieses Jahr-hunderts der Regulierung der großen mächtigen Ströme besondere Beachtung zuzuwendenund für diese Arbeiten große Summen aufzuwenden. Seit 1865 steht die Leitung derArbeiten dem auck Xuv)- Departement" zu, an dessen Spitze der „Llliok ok

UnZinsers ok Dnitsck Ltates" steht.

Für die Großindustrie und die Landwirtschaft kommt in erster Linie das ausgedehnteKanaluetz in Betracht, Lurch welches der nordöstliche Teil des Unionsgebietes aufgeschlossenworden ist. Mosler unterscheidet in seiner Abhandlung über die Wasserstraßen in denVereinigten Staaten von Amerika , die folgenden Kanalsysteme: 1. das Kanalsystem desStaates New Pork, welches den Eric-, Ontario- und Champlainsee mit dem Hudson unddurch diesen mit New Jork verbindet; 2. die von dem Anthracitdistrikt Pennsylvaniensgeführten Einzelkanäle; 3. die den Lhio und den oberen Mississippi mit dem Erie - und