Buch 
Die Vorstellungen der alten Griechen und Römer über die Erde als Himmelskörper / von Ludw. Oettinger
Entstehung
Seite
19
JPEG-Download
 

19

Hier liegen verschiedene Bestimmungen für eine und dieselbe Sache vor,wühlend eine strenge Schlussfolgerung nur eine einzige fordert. Es tritt unsdadurch ein noch nicht gelöstes und wahrscheinlich auch nicht durch eine be-stimmte Zahl genau zu lösendes Problem entgegen. Die Grenzen sind zwarziemlich enge, aber von einer eigentlichen Schürfe in der Maasbestimmung kannnicht die Rede sein.

Die dircctcste Art, die Gestalt der Erde zu bestimmen, sind unzweifelhaftdie Gradmessungen. Man hat dabei alle Schwierigkeiten so beseitigt, und hatdie bei Beobachtungen unvermeidlichen Fehler in so enge Grenzen eingeschlossenwerden, dass man die Richtigkeit des Resultates bis auf eine bestimmte Schürfeinnerhalb dieser verbürgen kann. Das aus den verschiedenen Messungen ge-wonnene Resultat zeigt nun, dass keine Messung auf die niimliche Gestalt derP>de, wie die andere hinweist, und dass cs daher nicht gelingen wird, eineregelmüssige Gestalt der Erde aufzufinden, welche allen Messungen genügen wird.Es sind Unterschiede vorhanden, die nicht aus Bcobachtungsfehlern, sondern nurdurch Unregelmässigkeiten in der Gestalt der Erde erklärt werden können. DieIlolTlUing, eine bestimmte und regelmässige Gestalt der P>dc zu ermitteln, inwelcher man im vorigen Jahrhundert die Gradmessungen begonnen hatte, istdadurch zernichtet, und man hat statt eines positiven Resultates ein negativeserhalten, indem man zu der Ueberzeugung gelangte, dass man durch jede neueMessung nichts anderes, als die Ivcnntniss von der Krümmung irgend eines Stückeseines unregelmässigen Körpers erlangt. Die ursprüngliche Aufgabe ist hiernachim Wesentlichen eine ganz andere geworden und sie geht nun dahin, alle schonvorhandenen isolirten Messungen durch Ausfüllung der zwischen liegenden Lückenzu vereinigen, die Oberfläche der Erde mit einem grossen Netze von Gradmessungenzu umstricken, und auf diesem Weg über die Gestalt der Erde ins Klare zukommen. Denn cs ist nicht zu bezweifeln, dass die Grundform der Erde nahezu eine regelmässige ist und die Abweichungen hievon scheinen so wenigexcessiv, dass wenn sic in einigen Punkten überspringen, sie in nicht grossenEntfernungen ( 5 bis 10 Meilen) schon wieder auf die Normalform cinlenken.Bestimmt man nun die Dimensionen der Erde als die eines Sphäroides, so enthältihre Oberfläche 9261108 Quadratmeilen, ihr Körperraum aber 2650000000 Cu-bikineilen. Betrachtet man sie als Kugel, so enthält ihre Oberfläche 9282060Quadratmeilen und ihr Körperraum 2659310190 Ctibikmeilen (Astron. Wörterb.