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Die Vorstellungen der alten Griechen und Römer über die Erde als Himmelskörper / von Ludw. Oettinger
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Ilicraus ergibt sicli ein Ucberschuss voji 8 Tagen ungefähr, um welelieFrühjahr und Sommer, die wärmere Jahreszeit, grösser ist als Herbst und Winter.

Behielte die grosse Axc der Erdbahn die nämliche Lage welche sie jetztim Iliinmelsraume einnimmt bei, so würde auch die eben genannte Dauer derJahreszeiten für unsere Hemisphäre unverändert bleiben. Allein sie rückt, wieoben bemerkt wurde, für sich, ferner durch das Zurückgeben der Aequinoc-lialpunkte und dadurch irn Ganzen jährlich um ungefähr 61 Sekunden vor.Innerhalb 58 Jahren rückt das Pcrihel um einen Grad vor und kommt daher inetwa 21000 Jahren wieder auf den gleichen Zeitpunkt zurück, wodurch dienämliche Dauer der Jahreszeiten wieder cintritt. In der Zwischenzeit ändern dieJahreszeiten ihre Dauer. Fällt das Pcrihel mit dem Wintcrsolslitium zusammen,wie diess im Jahre 1284 der Fall war, so sind Herbst und Winter gleich langund jeder beträgt 89,5 Tage; eben so ist Frühjahr und Sommer gleichlang,und jeder beträgt 93,125 Tage. Fällt das Perihel mit dem Sommersolslitiumzusammen, so verwechseln die genannten Jahreszeiten ihre Dauern. Frühling undSommer werden bei uns kürzer und für die Bewohner der südlichen Hemisphärelänger. Fällt das Pcrihel mit den Aequinocfiälpunkten zusammen, so habenWinter und Frühling, Sommer und Herbst gleiche Dauer. Die Dauer der einenist aber grösser, als die der andern, je nach dem das Pcrihel in das Frühjahroder Ilerbstäquinoclium fällt.

Die Flbene der Erdbahn hat im Iliinmelsraume eine bestimmte Lage. Gegendiese Ebene nimmt die FTdaxe eine schiefe Stellung unter einem Winkel von66° 32' 24,2" gegenwärtig ein. Die Pole um welche die Erde täglich rotirt,stehen von dem Aequalor 90° ab. Daher bildet der Aequator mit der Erdbahn,(oder der Ekliptik) den Ergänzungswinkel von 23° 27' 35,8". Dieser Winkelheisst die Schiefe der Ekliptik und ist aus den oben erwähnten Gründen gegen-wärtig im Abnehmen begrilTen. Die Grenze, zwischen welcher er schwankt,beträgt ungefähr 6—7 Grade. Von der Rotation der Erde um ihre Axe hängtbekanntlich der Wechsel des Tages und der Nacht ab. Von der schiefen Stel-lung der Erdaxe auf der Ebene der Erdbahn hängen zwei Erscheinungenab : einerseits die verschiedenen Tag- und Nachtlängen für die Bewohner inden verschiedenen Breitengraden nördlich und südlich vom Aequator und anderer-seits der Wechsel der Jahreszeiten.